Markenlexikon

Winston

USA

Die R.J. Reynolds Tobacco Company war mit ihrer filterlosen Zigarettenmarke Camel jahrelang Markführer in den USA. Erst Mitte der 1960er Jahren endete die Camel-Marktführerschaft, nachdem sich leichtere Filterzigaretten wie Pall Mall, Kent oder Marlboro mit imageträchtigen Werbekampagnen an die Spitze vorgekämpft hatten. R.J. Reynolds brachte daher 1954 eine eigene Filterzigarette auf den Markt, Winston Filters – benannt nach Winston-Salem/North Carolina, dem Hauptsitz der Herstellerfirma. Winston Filter war bis 1975 die meistverkaufte Zigarette der USA. 1999 verkaufte R.J. Reynolds die internationalen Herstellungs- und Vertriebsrechte für die Marken Camel, Winston und Salem an Japan Tobacco (Mild Seven), sodass auf den Schachteln außerhalb Nordamerikas nun nicht mehr R.J. Reynolds Tobacco Co. als Hersteller bzw. Lizenzgeber steht, sondern JT International.

2004 schlossen sich die R.J. Reynolds Tobacco Company (Camel, Doral, Salem, Winston) und die British-American-Tobacco-Tochter Brown & Williamson Tobacco Company (Barclay, Belair, Capri, GPC, Kool, Lucky Strike, Pall Mall, Viceroy), die 1994 bereits die American Tobacco Company (Pall Mall, Lucky Strike) übernommen hatte, zur Reynolds American Inc. (Winston-Salem/NC) zusammen; British American Tobacco ist an diesem Unternehmen mit 42 Prozent beteiligt. Die früheren Brown & Williamson-Marken wie Lucky Strike, Pall Mall, Kool oder Viceroy werden von R.J. Reynolds Tobacco nur für den US-Markt produziert, außerhalb Nordamerikas gehören sie British American Tobacco.

2014/2015 erwarb Reynolds American den US-Konkurrenten Lorillard Tobacco Company (Kent, Newport Menthol); als Folge musste Reynolds American die Menthol-Marken Kool und Salem, außerdem die Marken Winston und Maverick an Imperial Tobacco (John Player, John Player Special, Gauloises, Gitanes, Davidoff, West, Peter Stuyvesant, Drum, Van Nelle) verkaufen.

2009 starb der langjährige Winston-Man Alan Landers im Alter von 68 Jahren an Lungen- und Kehlkopfkrebs (bereits 1988 waren ihm Teile der rechten Lunge entfernt worden); damit reihte sich der stark rauchende Schauspieler (bis zu 50 Stück am Tag), der ab Mitte der 1960er Jahre hochbezahlte Werbung für Winston machte, in die lange Reihe der Zigaretten-Werbefiguren ein, die ihre Sucht und ihr Engagement für die Tabakindustrie mit dem Leben bezahlten.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:55