Markenlexikon

Vivil

Deutschland

Um die Jahrhundertwende leistete der Kaufmann August Müller in einem badischen Infanterie-Regiment seinen Reservedienst ab. Auf dem staubigen Exerzierplatz kam ihm der Gedanke zu einem abgepackten Pfefferminzbonbon, das man überall mit hinnehmen kann. Wahrscheinlich dachte er sich, wenn man beim Marschieren schon nichts zu trinken bekommt, dann wäre es nicht schlecht, wenigstens ein erfrischendes Pfefferminzdragee dabeizuhaben. Gesagt, getan; als er wieder Zivilist war, begann er in Straßburg (Strasbourg), das damals noch zu Deutschland gehörte, mit der Herstellung von Pfefferminzbonbons. Das war 1902. Der Name Vivil setzt sich aus dem lateinischen Wort »vivere« (leben) und dem englischen Wort »Oil« (Öl) zusammen. Bereits wenige Jahre später wurde Vivil nicht nur in ganz Europa verkauft, sondern sogar bis nach Amerika. Als Strasbourg nach dem Ende des 1. Weltkriegs wieder französisch wurde, verlegte August Müller die Firma ins nahe gelegene Offenburg im Schwarzwald, wo sich der Firmensitz noch heute befindet. Pfefferminzbonbons sind noch immer das Hauptprodukt des Unternehmens, inzwischen gibt es jedoch auch Kaubonbons, Kaugummis und Traubenzucker.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:55