Markenlexikon

Valentino

Italien

Der Italiener Valentino Garavani (* 1932) hatte einige Jahre als Design-Assistent bei Jean Dessés und Guy Laroche in Paris gearbeitet, bevor er 1959 in Rom einen eigenen Modesalon eröffnete. Zunächst war sein Erfolg eher bescheiden, erst als er 1962 eine seiner Kollektionen im Pitti Palace in Florenz präsentierte, gelang ihm der Durchbruch. Internationale Berühmtheit erlangte er vor allem 1967 mit der White Collection, bei der auch erstmals das V-Logo verwendet wurde, sowie im Oktober 1968 mit der Hochzeitsgarderobe von Jackie Kennedy und Aristoteles Onassis. Seitdem kleidete Valentino vor allem Prominente des internationalen Jet-Set wie Sophia Loren, Liz Taylor, Sharon Stone, Marella Agnelli, Aga Khan, Princess Margaret und Farah Diba ein, kreiirte aber ab 1970 auch Ready-to-wear-Kollektionen. 1984 entwarf er die Uniformen der italienischen Olympia-Mannschaft für die Olympischen Sommerspiele von Los Angeles. Wie die meisten Modeschöpfer präsentierte Valentino 1978 auch ein eigenes Parfum, selbstredend unter dem Namen Valentino. 1998 verkauften Valentino und sein langjähriger Geschäftspartner Giancarlo Giammetti das Unternehmen an die Industrieholding HdP (Holding di Partecipazioni Industriali), die es 2002 an das Bekleidungsunternehmen Marzotto (Hugo Boss, Gianfranco Ferrè, Missoni, Marlboro Classics) weiterreichte. Inzwischen gibt es weltweit über 600 Valentino-Boutiquen, in denen auch Jeans, T-Shirts, Krawatten, Parfums, Accessoires sowie Inneneinrichtungsgegenstände wie Möbel, Fliesen, Stoffe und Tapeten verkauft werden. 2005 gliederte Marzotto den Bekleidungsbereich in die Valentino Fashion Group (Hugo Boss, Lebole, Marlboro Classics, M Missoni, Valentino) aus. 2007 wurde Valentino von der Red & Black Lux Sarl übernommen, die dem britischen Private-Equity-Unternehmen Permira (80 Prozent) und der Marzotto-Familie (20 Prozent) gehörte. Im gleichen Jahr beendete Valentino Garavani seine Karriere als Mode-Designer. 2012 verkaufte Permira die Valentino Fashion Group an die Investmentfirma Mayhoola for Investments aus Katar verkauft. Die Hugo Boss AG, die schon 2009 verselbstständigt worden war, blieb davon ausgenommen, ebenso die Marke Marlboro Classics (seit 2013 MCS), die zunächst bei Red & Black Lux verblieb und 2013 an die britische Fondsgesellschaft Emerisque Brands verkauft wurde.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54