Markenlexikon

Toys "R" Us

USA

Der damals 25-jährige Charles Lazarus (1923 – 2018) begann 1948 im Fahrradladen seines Vaters in Washington Baby-Austattungen zu verkaufen. Bald gab es dort auch Spielzeug zu kaufen, nachdem die Kunden immer wieder danach gefragt hatten. Der Baby-Boom der Nachkriegszeit und neue Spielzeuge wie die Tonka-Trucks, Hasbros Mr. Potato Head oder Mattels Barbie, die in den 1950er Jahren auf den Markt kamen, ließen die Umsätze schnell wachsen.

1957 eröffnete Lazarus den ersten Spielwaren-Supermarkt der Welt – für damalige Zeiten ein revolutionäres Konzept. Kurz darauf wurde der Supermarkt in Toys "R" Us umbenannt, was soviel bedeutet wie: »Spielzeuge – das sind wir« oder »Wir sind Spielzeuge«. Das umgedrehte "R", das eine kindliche Falschschreibung darstellen soll, steht für das englische Wort »are«, das genauso ausgesprochen wird, wie der Buchstabe.

1966 verkaufte der Gründer seine vier Supermärkte an die Interstate-Stores-Discountkette, die jedoch 1974 Pleite machte. Charles Lazarus erwarb das Unternehmen, zu dem damals rund 50 Geschäfte gehörten, daraufhin wieder zurück. 1978 wurde die neue Aktiengesellschaft Toys "R" Us Inc. gegründet. 1983 eröffnete Toys "R" Us die erste Kids "R" Us-Filiale, wo Kinderbekleidung verkauft wird, 1984 entstanden in Singapur und Kanada die ersten Kaufhäuser außerhalb der USA und seit 1996 gibt es den Babyausstatter Babies "R" Us. In Deutschland ist Toys "R" Us seit 1986 vertreten.

2005 wurde das Unternehmen von einer Investorengruppe (Bain Capital Partners, Kohlberg Kravis Roberts & Co., Vornado Realty Trust) gekauft und anschließend von der Börse genommen.

Im September 2017 beantragte Toys "R" Us im US-Bundesstaat Virginia Gläubigerschutz; die Filialen außerhalb Nordamerikas waren von dem Insolvenzantrag nicht betroffen. Der Geschäftsbetrieb in den USA und Kanada lief jedoch weiter, lediglich die Kredite wurden nicht mehr bedient. Hintergrund für diesen Schritt waren einerseits die hohen Schulden, die die Investoren dem Unternehmen nach der Übernahme aufgebürdet hatten, andererseits die zunehmende Konkurrenz durch Online-Händler.

Nachdem eine Einigung mit den Gläubigern zur Umschuldung gescheitert war, wurden ab März 2018 alle 735 Filialen in den USA sowie die 100 Filialen in Großbritannien. geschlossen. 67 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernahm das irische Familienunternehmen Smyths Toys Superstores, das den Markennamen Toys "R" Us daraufhin aufgab.

Toys "R" Us betrieb zeitweise rund 1600 Filialen in über 30 Ländern. Das Flagship-Kaufhaus (The Center of the Toy Universe) befand sich von 2001 bis 2015 in New York am Times Square; 2017 kehrte Toys "R" Us vorübergehend in sein ehemaliges Warenhaus zurück. Das Unternehmen selbst hatte seinen Hauptsitz in Wayne/New Jersey. Die Toys "R" Us-Markenrechte gehörten der Tochtergesellschaft Geoffrey LLC (benannt nach dem 1957 eingeführten Firmen-Maskottchen Geoffrey the Giraffe).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 30.11.2018 | 20:40