Markenlexikon

Swatch

Schweiz

Uhren sind neben Schokolade und Käse eines der Produkte, mit denen die Schweiz in der Welt bekannt geworden ist. Große Marken wie Breitling, Chopard, Longines, Omega, Rolex, TAG Heuer oder Tissot haben ihren Ursprung in den verschlafenen Dörfern rund um den Genfer See. Die kleinen, aber feinen Manufakturen lebten jahrzehntelang vom Mythos der präzisen Schweizer Uhrwerke. Erst als japanische und amerikanische Uhrenkonzerne wie Casio, Citizen, Seiko und Timex in den 1970er und 1980er Jahren den Markt mit billigen Quarzuhren überschwemmten, die zudem jedes Schweizer Uhrwerk an Ganggenauigkeit übertrafen, war es mit den guten Geschäften vorbei. Die gesamte Schweizer Uhrenindustrie schlitterte in eine schwere Krise. Viele kleinere Firmen mussten schließen, und selbst die beiden Großen der Branche, die 1930 aus dem Zusammenschluss von Omega und Tissot entstandene Société Suisse pour l'Industrie Horlogére (SSIH) und die 1931 gegründete Allgemeine Gesellschaft der Schweizerischen Uhrenindustrie AG (ASUAG), ein Zusammenschluss mehrerer Uhrwerkhersteller, zu dem auch Certina, Longines, Mido und Rado gehörten, standen kurz vor der Pleite.

In dieser Situation kam der 1979 von den Banken als Sanierer eingesetzte Unternehmensberater Nicolas George Hayek (1928 – 2010) auf die einfache wie geniale Idee, die Konkurrenz mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Er ließ eine preiswerte und großserientaugliche Plastikuhr entwickeln, die sich von den japanischen Vorbildern vor allem durch das farbenfrohe und modische Design unterschied. 1983 war die erste Swatch (Swiss Watch) fertig, ein Jahr später avancierte sie bereits zum Verkaufsrenner. Was die Plastikuhr für viele Käufer interessant machte, war die Tatsache, dass es von jedem neuen Modell nur eine bestimme Menge gab – eine versteckte Aufforderung zum Sammeln, die auch fleißig befolgt wurde.

Ende 1983 schlossen sich die ASUAG und die SSIH zur Holdinggesellschaft ASUAG/SSIH zusammen, die sich 1985 in Société Suisse de Microélectronique et d'Horlogerie (Schweizer Gesellschaft für Mikroelektronik und Uhrenindustrie) umbenannte. Im gleichen Jahr übernahmen Hayek und einige andere Schweizer Investoren die SMH vollständig. Damit der Erfolg auch wirklich der Schweizer Uhrenindustrie zugute kam, verzichtete die SMH auf die Produktion in Billiglohnländern und ließ nahezu alle Teile in den eigenen Werken entwickeln und herstellen. 1998 benannte sich die SMH nach ihrer bekanntesten Marke in Swatch Group um. Dem Konzern gehören auch die Marken Balmain, Blancpain, Breguét, Certina, CK Watches (Calvin Klein), Flik Flak, Glashütte Original, Hamilton, Longines, Mido, Omega, Rado, Swatch, Tissot und Union Glashütte, außerdem die Uhrenzulieferer ETA S.A. Grenchen (Uhrwerke) und Nivarox-FAR S.A. Le Locle (Bestandteilen des Schwingsystems und der Hemmung), die zahlreiche andere Schweizer Uhrenhersteller beliefern.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54