Markenlexikon

Sega

Japan

Die Amerikaner Martin Bromely, Irving Bromberg und James Humpert gründeten 1940 in Honolulu/Hawaii die Firma Standard Games, um US-Armeestützpunkte im Pazifik und in Japan mit Münzspielautomaten und Jukeboxen aus den USA zu versorgen. 1951 verlegte man den Firmensitz nach Tokyo, wo zu dieser Zeit viele Soldaten, die im Korea-Krieg zum Einsatz kamen, stationiert waren. Verkauft wurden die Geräte ab 1952 unter dem Markennamen Sega (Service Games), das Unternehmen hieß Nihon Goraku Bussan (Japan Service Games). 1965 schloss sich Nihon Goraku Bussan mit der Firma Rosen Enterprises zusammen, die 1954 von dem in Japan stationierten Ex-Soldaten David Rosen gegründet worden war und mit Spielautomaten, Jukeboxen und Passfotoautomaten handelte. Das neue Unternehmen bekam den Namen Sega Enterprises. 1966 brachte Sega in Japan den berühmten Spielautomaten »The Periscope« auf den Markt, der bald auch in viele andere Länder der Welt exportiert wurde.

1969 verkauften die Eigentümer ihr Unternehmen an den US-Mischkonzern Gulf & Western (New York), dem damals u.a Paramount Pictures, Stax Records, Simon & Schuster, Consolidated Cigar, South Puerto Rico Sugar oder New Jersey Zinc gehörten. David Rosen blieb jedoch weiterhin Chef von Sega.

In den 1970er und 1980er Jahren entwickelte Sega noch eine ganze Reihe weiterer erfolgreicher Spielautomaten, u.a. »Heavyweight Champ« (1976), »The Fonz« (1976), »Space Attack« (1977), »Head On« (1979), »Monaco GP« (1980), »Astro Blaster« (1980), »Space Fury« (1981), »Eliminator« (1981), »Pulsar« (1981), »Frogger« (1981), »Turbo« (1981), »Pengo« (1982), »Tac/Scan« (1982), »Zaxxon« (1982), »Star Trek« (1982), »Up'n'Down« (1983), »Astron Belt« (1983), »SubRoc-3D« (1983), »Spy Hunter« (1984), »Out Run« (1986), »After Burner« (1987) und »Shinobi« (1987). Ab Anfang der 1980er Jahre entwickelte Sega auch Home-Videospielkonsolen (1983 SG-1000, 1984 SG-1000 Mark II, 1985 SG-1000 Mark III, 1986 Master System, 1989 Mega Drive/Genesis, 1990 Game Gear, 1993 Genesis 2, 1994 Saturn, 1995 Nomad, 1998 Dreamcast).

Der weltweite Videospiel-Crash von 1983 führte dazu, dass Gulf & Western Sega an die Bally Manufacturing Corporation, einen Hersteller von großen Münzspielautomaten, verkaufte. Bally reichte das Unternehmen schon 1984 an David Rosen, Hayao Nakayama und die CSK Corporation (Computer Service K.K.) weiter. Die Niederlassungen und Werke in Japan, den USA und Europa wurden daraufhin in dem neuen Unternehmen Sega Enterprises Limited zusammengefasst. 1986 wurde das Unternehmen an der Börse Tokyo notiert, seit 2000 firmiert es unter dem Namen Sega Corporation.

Aufgrund der starken Konkurrenz von Sony und Nintendo stellte Sega 2001 die Produktion der Videospielkonsolen ein und konzentriert sich seither wieder auf die Entwicklung neuer Spiele für Videospielkonsolen, Personal-Computer, Mobiltelefone und Smartphones. 2003 erwarb die japanische Sammy Corporation, ein Hersteller von Spielhallenautomaten, 22,4 Prozent der Sega-Aktien. 2004 entstand die Sega Sammy Holdings Inc. als Holdinggesellschaft für die Sega Corporation und die Sammy Corporation.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:54