Markenlexikon

Ricoh

Japan

Auf Initiative des Chemikers Jokichi Takamine (1854 – 1922) rief der Geschäftsmann und Gründer der Dai-Ichi Kokuritsu Bank Eiichi Shibusawa (1840 – 1931) 1917 das erste private naturwissenschaftliche Forschungsinstitut Japans ins Leben. Der Name Riken ist ein Akronym aus »Rikagaku Kenkyusho«, was soviel bedeutet wie »Institut für physikalische und chemische Forschung«. Masatoshi Okochi, der dritte Direktor, fasste 1927 mehrere aus dem Institut ausgegliederte Firmen unter dem Namen Riken zusammen, um die Forschungsergebnisse auch kommerziell nutzen zu können. 1939 bestand das Unternehmen bereits aus über 60 Tochtergesellschaften mit 121 Fabriken, u.a. die 1936 von Kiyoshi Ichimura gegründete Firma Riken Kankoshi Kabushiki Kaisha, die lichtempfindliches Spezialpapier herstellte. Bereits zwei Jahre später begann das Unternehmen, das sich nun Riken Optical Company Limited nannte, mit der Produktion von Kameras.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs lösten die Amerikaner, die Japan besetzt hatten, das Riken-Institut zunächst auf; 1958 wurde es jedoch als staatliches Institut neugegründet. Riken Optical bestand als nun selbstständiges Unternehmen weiter. Berühmtheit erlangte 1950 vor allem die zweiäugigen Spiegelreflexkamera Ricohflex III, die in Japan einen Kamera-Boom auslöste. 1955 kam das erste Diazo-Kopiergerät von Ricoh auf den Markt (Ricopy 101). In den folgenden Jahren wurde der Büromaschinenbereich kontinuierlich ausgebaut und um Produkte wie Faxgeräte, Drucker, Computer und Scanner erweitert. 1962 entstand die erste Auslandsniederlassung in den USA. 1963 benannte sich das Unternehmen in Ricoh Company Limited um. 1971 gründete Ricoh die erste europöische Niederlassung in Amstelveen (Niederlande). Der Normalpapierkopierer Ricopy DT1200 avancierte 1975 zum meistverkauften Kopierer der Welt. Das Rifax 7000D (1989) war weltweit das erste digitale ISDN-Faxgerät. Das Unternehmen stellt heute elektronische Bürosysteme (Faxsysteme, Kopiersysteme, Laserdrucker, Scanner, Schnelldrucksysteme) und Digitalkameras her. 2011 erwarb Ricoh den Kamerahersteller Pentax, der zuvor zum Optikkonzern Hoya gehört hatte.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:53