Markenlexikon

Olympus

Japan

Kakitsu Kato, Shinkichi Shinto und Shintaro Terada entwickelten 1910 die ersten japanischen Mikroskope; finanziert wurden sie ab 1914 von Fukumatsu Matsumoto, dem Besitzer der Firma Iwashiya Matsumoto Kikaiten, einem Hersteller medizinischer Ausrüstungen. 1915, ein Jahr nachdem ein Mikroskop Teradas bei der Taisho Expo mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet worden war, gründeten Matsumoto, Kato und Terada das Unternehmen M & Katera Kogaku Kikai Seisakusho. Daneben produzierte Terada mit seiner eigenen Firma Terada Seisakusho auch Thermometer.

1919 ging er zu dem gerade gegründete Unternehmen Takachiho Seisakusho, das dem Anwalt Takeshi Yamashita, mit dem er seit Jahren befreundet war, gehörte. Yamashita hatte zuvor für das Großhandelsunternehmen Tokiwa Shoka gearbeitet, das ihm bei der Gründung finanziell behilflich gewesen war. Takachiho Seisakusho (»Takachiho« ist der Name eines Berges aus der japanischen Mythologie, und »Seisakusho« bedeutet »Werke«) wollte Mikroskope bauen und da war der Ingenieur Terada die erste Wahl, nicht nur weil er sich mit dem Bau von Mikroskopen auskannte, sondern weil auch er gleich noch seine Produktionsausrüstung mitbrachte. 1921 wandte man sich mit Blick auf den Exportmarkt der europäischen Sagenwelt zu und führte in Anlehnung an den gleichnamigen griechischen Berg, der in der Antike Sitz der zwölf olympischen Götter um Zeus gewesen war, den Markennamen Olympus ein. Zuvor hatte man die Mikrsoskope kurzzeitig unter der Marke Tokiwa Tokyo (für Tokiwa Shoka) verkauft. Die Produktion der Thermometer wurde 1923 eingestellt. 1936 stellte Takachiho Seisakusho erstmals eigene Linsen her; sie werden bis heute unter dem Namen Zuiko vermarktet. Im gleichen Jahr kamen auch die ersten Kameras auf den Markt (Semi-Olympus I). 1940 folgte die Olympus Six, 1948 die Olympus 35 I, die erste japanische 35-Millimeter-Kamera mit Linsenverschlusssystem und 1959 die Halbformatkamera Olympus Pen.

1942 wurde der Firmenname in Takachiho Kogaku Kogyo Kabushiki Kaisha (Takachiho Optik Industrie Aktiengesellschaft) geändert, 1949 in Olympus Optical Company Limited und 2003 dann endgültig in Olympus Corporation (jap. Orinpasu Kabushiki-gaisha). Medizinische Miniaturkameras (Gastrokameras) waren 1950 ein weiteres neues Geschäftsfeld des Unternehmens. 1955 kamen Messinstrumente hinzu, 1968 Endoskope, 1969 Mikrokassetten-Diktiergeräte (Zuiko Pearlcorder), 1996 digitale Kompaktkameras und 1997 digitale SLR-Kameras.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:53