Markenlexikon

Korg

Japan

Tsutomu Katoh (1926 – 2011), ein Nachtclubbesitzer aus Toyko, sowie der Akkordeonspieler und Elektroingenieur Tadashi Osanai, der regelmäßig in Katohs Nachtklub auftrat, gründeten 1962 die Firma Keio Cijutsu Kenkyujo (Keio Electronic Laboratory), um eine elektromechanische Rhythmus-Maschine zu bauen. Der Name Keio entstand in Anlehnung an die Eisenbahnlinie Keio Railway Line, an der sich die Fabrik befand. 1963 kam das Gerät als erstes Produkt der neuen Firma auf den Markt (Doncamatic DA-20). 1967/1968 entwickelte der Ingenieur Fumio Mieda für Keio eine Elektro-Orgel, die dem Unternehmen dann auch den heutigen Namen gab: erst Korgue (Katoh + Osanai + Orgue/Organ od. Keio Orgue) und ab 1973 Korg. Von dieser Orgel wurden jedoch nur 50 Stück produziert.

Weil die Firma meinte, gegen etablierte Orgel-Hersteller wie Hammond oder Wurlitzer keine Chance zu haben, verlegte sie sich auf den Bau von Synthesizern, eine Nische, die sich gut für kleinere Firmen eignete. 1973, rund zehn Jahre nachdem der amerikanische Elektroingenieur und Physiker Robert Arthur Moog dieses neue Instrument zur Serienreife entwickelt hatte, kam der erste Korg-Synthesizer auf den Markt (Mini-Korg 700 od. K1). Doch während Moog und Hammond bald in die Bedeutungslosigkeit versanken, verhalfen die Japaner dem Synthesizer dank Massenfertigung und günstiger Preise zum internationalen Durchbruch.

Zu den wichtigsten Synthesizern von Korg zählen u.a. die Modelle PS-3300 (1977 – 1981; der erste vollständig polyphone Synthesizer), MS-20 (1978 – 1983), Polysix (1981 – 1983), Poly-61 (1982 – 1986), Mono/Poly (1981 – 1984), Poly-800 (1983 – 1987), M1 (1988 – 1994; erste Music Workstation), Triton (ab 1999) oder der Korg CX-3 (1979 - 2011), eine Elektrorgel, die in Klang und Design der Hammond-Orgel nachempfunden war. Einige dieser alten Geräte werden von Musikern wegen ihres Klangs noch heute gerne benutzt. Korg ist neben Yamaha und Roland der weltweit führende Hersteller von elektronischen Musikinstrumenten (Synthesizer, Keyboards, E-Pianos, Elektro-Orgeln, Effektgeräte).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52