Markenlexikon

Kool

USA

Eigentlich sollte der asthmakranke Teenager Lloyd (Spud) Hughes Mentholdämpfe inhalieren, anstatt Zigaretten zu rauchen. Manchmal tat er das aber doch und gelegentlich, wenn seine Mutter im Anmarsch war, musste er seine Glimmstengel eiligst verschwinden lassen. Eines Tages verstaute er die Zigaretten neben den Mentholkristallen und am nächsten Morgen hatten sie zu seinem Erstaunen das Mentholaroma angenommen.

1925 gründete er in Wheeling/West-Virginia die Spud Cigarette Corporation; Hersteller war die ebenfalls in Wheeling ansässige Bloch Brothers Tobacco Company. Spud Hughes verkaufte seine für damalige Zeiten recht teuren Zigaretten (20 Cent pro Packung) anfangs direkt an der Tür oder aus seinem Auto heraus. 1927 veräußerte er sein Patent und die Namensrechte an die Axton-Fisher Tobacco Company aus Louisville/Kentucky, die mit der Marke Spud in den 1930er Jahren sogar den Aufstieg unter die fünf meistgerauchten amerikanischen Zigaretten schaffte. Zu einer langen Karriere dieser Marke reichte es dennoch nicht. 1944 wurde die Firma von Philip Morris (Marlboro) übernommen. Nachdem Philip Morris 1959 die Mentholmarke Alpine auf den Markt gebracht hatte, wurde Spud 1963 eingestellt.

Die Annahme, Mentholzigaretten könnten Hustenbonbons ersetzen, blieb allerdings noch lange erhalten. Vor allem die Brown & Williamson Tobacco Corporation aus Louisville/Kentucky machte ihre 1933 eingeführte Marke Kool dementsprechende Werbung. Die Werbefigur »Willie – The Penguin« pries Kool als qualmendes Hustenbonbon an, das man als Vorbeugung gegen Erkältungen rauchen sollte. Und wie Amerikaner nun einmal sind, haben sie das wohl auch geglaubt. Kool blieb bis 2015 die meistverkaufte Marke des Tabakkonzerns Reynolds American, der 2004 aus dem Zusammenschluss der R.J. Reynolds Tobacco Company (Camel, Salem, Winston) und Brown & Williamson (Barclay, Capri, Kool, Lucky Strike, Pall Mall, Viceroy) entstanden ist.

2014/2015 erwarb Reynolds American den US-Konkurrenten Lorillard Tobacco Company (Kent, Newport Menthol); als Folge musste Reynolds American die Menthol-Marken Kool und Salem, außerdem die Marken Winston und Maverick an Imperial Tobacco (John Player, John Player Special, Gauloises, Gitanes, Davidoff, West, Peter Stuyvesant, Drum, Van Nelle) verkaufen.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:52