Markenlexikon

IWC

Schweiz

Die International Watch Company (IWC) wurde 1868 von dem amerikanischen Uhrmacher Florentine Ariosto Jones (1841 – 1916) gegründet, der im »Billiglohnland« Schweiz, das zudem über ausgezeichnete Uhrmacher verfügte, preiswert Uhrwerke für den US-Markt produzieren wollte. An der Gründung war auch der Schweizer Industrielle Johann Heinrich Moser (1805 – 1874), Besitzer des Wasserkraftwerkes in Schaffhausen, beteiligt, der Jones einige seiner Fabrikgebäude zur Verfügung stellte. Der Uhrmacher Moser hatte 1828 ein Uhrengeschäft in St. Petersburg (Russland) eröffnet und ein Jahr später eine eigene Fabrikation in Le Locle aufgebaut. Später setzte sich der inzwischen wohlhabene Großhändler und Fabrikant für die Entwicklung des Industriestandortes Schaffhausen ein und förderte neue Unternehmen (Uhrenfabriken, Schifffahrtsgesellschaften, Waggonfabriken) und Infrastrukturprojekte (Moser-Staudamm, Eisenbahnstrecken). In der Anfangszeit machte IWC allerdings mehr durch Misswirtschaft, Bilanzfälschungen und Konkurse auf sich aufmerksam, als durch erfolgreiche Uhren. Das lag zum Teil auch an den hohen Einfuhrzöllen, die die USA auf die Schweizer Uhren erhob. Jones kehrte 1875, nachdem IWC in Konkurs gegangen war, in die USA zurück. Unter dem neuen Eigentümer Johannes Rauschenbach (ab 1880) und seinen Erben spezialisierte sich die Firma auf markante, grundsolide Präzisionsuhren für meist männliche Kunden. 1885 brachte IWC die erste Digitaluhr der Welt auf den Markt, die jedoch die Analoganzeige damals noch nicht verdrängen konnte.

Zu den bekanntesten IWC-Uhren gehören die Fliegeruhr IWC Mark XI (1948), die bis in die 1970er Jahre hinein bei der britischen Luftwaffe eingesetzt wurde, die IWC Ingenieur (1955), die 1978 von Ferdinand Alexander Porsche gestaltete IWC Kompassuhr (Porsche Design by IWC), die ebenfalls von IWC und Porsche Design für die deutsche Marine entwickelte Taucheruhr Ocean 2000 (1984), die IWC Da Vinci Chronograph (1985) mit ewigem Kalender und Mondphasenanzeige, die auf 125 Stück limitierte Destriero Scafusia (1993) mit 22 Funktionen, die extra zum 125-jährigen Firmenjubiläum entwickelt worden war, und die Fliegeruhr IWC Chronograph Automatic (1994).

1978 verkaufte der damalige Besitzer Hans Ernst Homberger die IWC an die deutsche VDO Adolf Schindling AG, die 1990 noch A. Lange & Söhne aus Glashütte erwarb, dann aber 1991 selbst in den Besitz der Mannesmann AG überging. Mannesmann besaß seit 1978 auch eine Mehrheitbeteiligung an der Schweizer Uhrenmanufaktur Jaeger LeCoultre. 1991 fasste Mannesmann die Uhrenmarken Jaeger LeCoultre, A. Lange & Söhne und IWC in der neuen Firma Les Manufactures Horlogères (LMH) zusammen. Nachdem Mannesmann 2000 durch den britischen Telekommunikationskonzern Vodafone übernommen worden war, wurde die LMH an die Schweizer Finanzholding Richemont (Baume & Mercier, Cartier, Chloé, Dunhill, Montblanc, Vacheron Constantin, Van Cleef & Arpels) verkauft.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51