Markenlexikon

Frito-Lay

USA

Als Erfinder der Kartoffelchips gilt George Crum (1822 – 1914), ein 19-jähriger Koch des Hotels Moon Lake Lodge in Saratoga Springs/New York. Der Legende nach soll sich der Großindustrielle Cornelius Vanderbilt 1853 mehrmals über zu dicke French-fried potatoes (Pommes Frites) beschwert haben. Crum schnitt die Kartoffeln daraufhin so dünn, dass sie sich nicht mehr mit der Gabel essen ließen. Eigentlich hatte er den unzufriedenen Gast damit ärgern wollen, doch der Gourmet Vanderbilt soll von den cross frittierten Kartoffelscheiben begeistert gewesen sein. Ein andere Variante besagt, dass Crums Schwester eine zu dünn geschnittene Kartoffelscheibe aus Versehen in heißes Öl fallen ließ. Bevor sich die Kartoffelchips (in den USA »chips«, in Großbritannien »crisps«) weltweit durchsetzten, dauerte es jedoch noch fast hundert Jahre, was auch daran lag, dass erst in den 1940er Jahren eine kleine Firma aus Dublin (Irland) auf den Gedanken kam, die Chips mit Gewürzen (Salz) und Geschmacksstoffen (Käse, Zwiebeln) zu veredeln.

In den USA erfreuten sich Kartoffelchips und Chips aus Weizen- oder Maismehl (Corn-Chips) schon in den 1930er Jahren einiger Beliebtheit, zumal das Weizenmehl mit Salz gewürzt war. 1932 brachte der Texaner Charles Elmer Doolin (1903 – 1959) in San Antonio/Texas die Fritos Corn-Chips (von span. frito = frittiert, gebacken) auf den Markt, 1935 folgten Fritato Potato Chips und 1948 Cheetos (mit Käsegeschmack). Doolin hatte das Fritos-Rezept zuvor für 100 Dollar einem mexikanischen Kleinunternehmer abgekauft, der wieder in seine Heimat zurükkehren wollte. Zunächst stellte er die Chips nachts in der Küche seiner Mutter her (am Tage verkaufte er sie aus seinem Ford T heraus), später in der Garage und Anfang der 1940er Jahre betrieb das kleine Unternehmen Fabriken in Dallas, Houston, Tulsa/Oklahoma und Los Angeles.

Ebenfalls 1932 begann Herman Warden Lay (1909 – 1982) in Nashville/Tennessee mit dem Vertrieb von Gardner's Potato Chips, die die Barrett Food Products Company in Atlanta/Georgia herstellte. Mit einem Ford A fuhr er durch die Gegend und verkaufte Gardner's Potato Chips an die Besitzer von Straßenständen, Tankstellen, Lebensmittelläden, Sodashops, Schulen und Krankenhäuser. 1938 erwarb er von der Herstellerfirma zwei Werke (Atlanta, Memphis), gründete ein Jahr später in Atlanta ein eigenes Unternehmen und ab 1944, nachdem die Lizenz für Gardner's Potato Chips abgelaufen war, nannte er seine Chips Lay's Potato Chips. 1945 übernahm Lay für The Frito Company die Herstellung und den Vertrieb der Fritos Corn-Chips in den südöstlichen US-Bundesstaaten.

Mitte der 1950er Jahre waren The Frito Company und H.W. Lay & Company die führenden Snackhersteller der USA, darüber hinaus wurden die Frito- und Lay-Produkte in vielen anderen Ländern der Welt verkauft. Frito ging 1954 an die Börse, Lay folgte 1956. 1955 erschien erstmals die Markenbezeichnung Frito-Lay auf der Würzsauce Bean Dip. 1961 schlossen sich beide Unternehmen zusammen. 1965 kam es zu einer weiteren Fusion mit der Pepsi-Cola Company, was zur Gründung des PepsiCo-Konzerns führte. Herman Lay hatte bis zu seinem Tode 1982 verschiedene Führungspositionen bei PepsiCo inne. Das seit 1985 in Plano/Texas (eine Vorstadt von Dallas) ansässige Unternehmen produziert heute in rund 30 Werken (USA, Kanada, Indonesien) eine Vielzahl von verschiedenen Snack-Marken, u.a. Cheetos, Cracker Jack, Doritos, Fritos, Funyuns, Grandma's Cookies, Lay's, Matador Jack, Munchies, Munchos, Rold Gold, Ruffles, Santitas, SunChip und Tostitos.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:51