Markenlexikon

Dell

USA

Michael Dell (* 1965) begann 1983 an der University of Texas in Austin ein Medizinstudium. Nebenher handelte er mit IBM-PCs. 1984 brach er sein Studium ab und gründete mit 1000 Dollar Kapital in Austin (Texas) ein eigenes Unternehmen, das Personal-Computer auf telefonische oder schriftliche Bestellung zusammenbaute. Die in diesem Bereich neuartige Idee kam bei den Verbrauchern gut an, einerseits, weil die Geräte durch die Umgehung des Einzelhandels deutlich billiger waren und andererseits, weil sie nach den Wünschen der Käufer individuell konfiguriert werden konnten. Außerdem bot das Unternehmen einen guten technischen Support über Telefon sowie einen Vor-Ort-Service am nächsten Arbeitstag.

1985 begann die Firma mit der Produktion eigener Personal-Computer, 1989 folgten Laptops. 1988 wurde das Unternehmen in eine börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt. Von 1990 bis 1993 verkaufte Dell seine Produkte auch über Einzelhändler. 1996 ging das Unternehmen als einer der ersten PC-Händler mit der Website dell.com online und erzielte auch hier bald gute Umsätze. 1999 löste Dell Compaq (nun HP) als größten US-Computerhersteller ab, um die Jahrtausendwende erklommen die Texaner die Weltspitze. Die ganzen 2000er Jahre hindurch gehörte Dell neben HP, Lenovo/IBM, Acer und Fujitsu-Siemens zu den weltweit größten Computerherstellern mit Produktionsstätten in Round Rock bei Austin/Texas, Nashville/Tennessee, Eldorado do Sul (Brasilien), Limerick (Irland), Penang (Malaysia), Xiamen (China) und Łódź (Polen). 2004 zog sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft zurück, kehrte aber 2007 wieder zurück. Zu dieser Zeit begann Dell auch wieder seine Produkte (u.a. Personal-Computer, Notebooks, Server, Workstations, Drucker, Speicher-Hardware, Software, Peripheriegeräte) verstärkt über den Einzelhandel zu verkaufen.

2009 erwarb der Konzern die Firma Perot Systems (Plano/Texas), einen Anbieter von von IT-Dienstleistungen, den der Unternehmer und zweimalige Präsidentschaftsbewerber Ross Perot 1988 gegründet hatte. Der schrumpfende PC-Markt macht dem Unternehmen jedoch zusehends zu schaffen; bei Smartphones und Tablet-Computern ist Dell eher schwach aufgestellt und hat gegen die Platzhirsche Apple und Samsung keine Chance. Michael Dell forciert daher seit geraumer Zeit einen Umbau des Consumer-Konzerns hin zu einem Anbieter von IT-Dienstleistungen und Firmen-Computern, ähnlich wie es IBM schon 2004 vorgemacht hatte. 2013 nahm ein Konsortium um den Firmengründer Michael Dell (u.a. MSD Capital, Finanzinvestor Silver Lake, Microsoft) die Dell Computer Inc. von der Börse, um den geplanten Umbau ohne Rücksicht auf die Aktionäre schneller und radikaler vorantreiben zu können.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:50