Markenlexikon

Canon

Japan

Goro Yoshida (1900 – 1993), sein Schwager Saburo Uchida (1899 – 1982) und Takeo Maeda (1909 – 1975) gründeten 1933 in Toyko die Firma Seiki Kogaku Kenkyusho, um 35-Millimeter-Fotoapparate nach deutschem Vorbild zu bauen. Im Auge hatten die Gründer dabei Kameras wie die Leica von Leitz Wetzlar oder die Contax von Zeiss-Ikon. Das nötige Kapital steuerte der Arzt Takeshi Mitarai (1901 – 1984) bei, der 1942 Präsident des Unternehmens wurde. 1936 kam die erste Kamera auf den Markt, eine Kopie der Leica II mit Nikkor-Objektiv von Nippon Kogaku (später Nikon).

Zunächst sollte sie unter dem Namen Kwanon (nach der Göttin der Barmherzigkeit aus den Sutras des Buddhismus) verkauft werden, dann entschied man sich jedoch für Hansa Canon. Hansa war eine Handelsmarke der Verkaufsgesellschaft Omiya Shashin Yohin, das Wort »Canon« stammt aus dem Griechischen und bedeutet einerseits »Maßstab«, andererseits aber auch »Heilige Schrift« oder »Bibel«.

1937 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und in Seiki Kogaku Kogyo Kabushiki Kaisha umbenannt. Zu dieser Zeit entwickelte der Optiker Yoshizo Furukawa auch die ersten eigenen Linsen für die Hansa-Canon-Kameras. Die Marke Hansa ließ man beim Nachfolgemodell von 1939 wegfallen, sodass die Kameras nur noch als Canon in den Handel kamen. 1947 benannte sich dann auch die Firma in Canon Camera Company Limited (ab 1969 Canon Inc.) um.

1956 erweitere man das Programm um eine 8-Millimeter-Filmkamera (Canon Cine 8T) und 1959 brachte Canon mit der Canonflex auch eine Spiegelreflexkamera auf den Markt. Besonders erfolgreich wurde die 35-Millimeter-Messsucherkamera Canonet (1961), von der bereits nach zweieinhalb Jahren eine Millionen Stück verkauft werden konnten. Seit 1955 und 1957 gab es Canon-Kameras auch in den USA und Europa zu kaufen, doch bevor sich japanische Kameras auf den Weltmärkten durchsetzen konnten, vergingen nach einige Jahre. Canon erschloss sich im Laufe der Jahre noch weitere Geschäftsfelder. Nachdem Casio in den späten 1950er Jahren die ersten elektrischen Tischrechner auf den Markt gebracht hatte, entwickelte Canon 1964 ein eigenes Modell (Canola 130). 1970 folgten Kopierer (NP-1100), 1979 Laserdrucker (LBP-10), 1982 Kleinkopierer (PC-10/20) und 1985 Tintenstrahldrucker (BJ-80).

2010 erwarb Canon das niederländische Unternehmen Océ aus Venlo, einen weltweit führenden Hersteller von Großformat-Digitaldrucksystemen.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 03.08.2018 | 22:59