Markenlexikon

Calvin Klein

USA

Bereits als Kind hatte sich Calvin Richard Klein (* 1942) das Zeichnen und Nähen beigebracht. Seine Großmutter lehrte ihn den Umgang mit der Nähmaschine. Später besuchte er in New York die Manhattan High School of Art and Design und das Fashion Institute of Technology. Nach seinem Abschluss 1962 arbeitete er zunächst als Assistent bei Dan Millstein und ab 1964 als freier Designer. 1967 präsentierte er seine erste Kollektion. Ein Jahr später gründete er gemeinsam mit seinem Jugendfreund Barry Schwartz eine eigene Design-Firma. Zunächst konzentrierte sich Calvin Klein auf Damenmäntel, die im New Yorker Warenhaus Bonwit Teller verkauft wurden. 1969 erschien Calvin Kleins Foto erstmals auf dem renommierten Modemagazin Vogue. Bald wurden auch Blazer und Hosenanzüge in das Sortiment aufgenommen, außerdem vergab Calvin Klein Lizenzen für die Herstellung von Sportbekleidung (1972; Bidermann), Menswear (1978; Bidermann), Jeans (1979; Puritan Fashions), Parfums (1981; Minnetonka), Herren-Unterwäsche (1982; Bidermann), Damen-Unterwäsche/Schlafanzüge/Strumpfwaren (1984; Kayser-Roth), Sonnenbrillen (1985; Safilo/Starlight Optical), Geschirr (1995; Salton), Uhren (1997; Swatch) und Schmuck (2004; Swatch). Dreimal bekam er in den 1970er Jahren den prestigeträchtigen Coty Award (1973, 1974, 1975).

1979 sorgte eine Werbekampagne für Aufsehen, in der die damals 14-jährige Schauspielerin Brooke Shields (»Pretty Baby«) den Zuschauer provokativ fragte: »Do you wanna know what comes between me and my Calvins? Nothing!«. Große TV-Networks wie ABC und CBS verweigerten die Ausstrahlung, der Werbewirksamkeit tat das freilich keinen Abbruch. Bereits in der ersten Wochen gingen die Jeans weg wie warme Semmeln und Calvin Klein gilt heute als Erfinder der Designer-Jeans. 1982 machte Calvin Klein auch die klassische Feinripp-Unterhose zum Design-Objekt.

Ende der 1980er Jahre kam es jedoch zu ersten finanziellen Problemen, die 1992 fast zu einem Konkurs führten. Der Konsum- und Partyrausch der Reagan-Ära war vorbei, die Staatsfinanzen und die Wirtschaft der USA lagen nach dem finalen Rüstungswettlauf mit der Sowjetunion am Boden und viele Kunden konnten oder wollten sich die teuren Designer-Klamotten nicht mehr leisten. Nur mit finanzieller Hilfe des Medienunternehmers David Geffen (Geffen Records, DreamWorks), mit dem Calvin Klein seit langem befreundet war, konnte ein Konkurs verhindert werden.

In den 1990er Jahren kamen die preiswerte CK-Sportswear-Kollektion und die erfolgreichen Unisex-Parfums CK One und CK Be auf den Markt. Außerdem entstanden in dieser Zeit in vielen Großstädten der Welt Calvin-Klein-Boutiquen. Auf der Suche nach einem passenden Slip-Model, stieß er auf den damals populären Sänger Mark Wahlberg (Marky Mark), der sich zur Freude seiner weiblichen Fans bei Auftritten häufig bis auf die Unterhose auszog. Auch Kate Moss gehörte zu den bevorzugten Models von Calvin Klein; ihre extrem dünne Figur (43 kg bei 1,72 m) sorgte jedoch immer wieder für Kontroversen.

2003 verkauften Klein und Schwartz ihre Firma an die Phillips-Van Heusen Corporation, einen führenden US-Bekleidungshersteller (Eigenmarken: Arrow, Bass, IZOD, Van Heusen; Lizenzmarken: DKNY, Kenneth Cole, Tommy Hilfiger, Timberland). Klein ist jedoch weiterhin als Berater für seine frühere Firma tätig. Aktuelle Clavin-Klein-Lizenznehmer sind u.a. Coty (Parfums), G-III Apparel Group (Kleider, Kostüme, Mäntel, Jacken), Lifetime Brands (Geschirr), Marchon Eyewear (Brillen), Premium Golf Brands (Golf-Bekleidung), Swatch (Uhren), Vestimenta (Sportswear) und Warnaco (Jeans, T-Shirts, Unterwäsche). 2009 erwarb Phillips-Van Heusen/Calvin Klein den US-Konkurrenten Tommy Hilfiger, der zuvor zum britischen Finanzinvestor Apax Partners gehört hatte.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:50