Markenlexikon

Ballantine's

Großbritannien

Der Farmersohn George Ballantine (1809 – 1891) eröffnete 1827 ein Kolonialwarengeschäft in Edinburgh, in dem er auch Weine, Spirituosen und Whisky verkaufte. In diesen Läden war es üblich, dass die Inhaber angekauften Whisky unter ihrem eigenen Namen anboten. Aus diesen Anfängen entstand 1853 eine eigene Whisky-Produktion. 1865 wurde der Firmensitz nach Glasgow verlegt; das Geschäft in Edinburgh übernahm Archibald Ballantine, der Sohn des Gründers. Ab 1881 verkaufte das Unternehmen seinen Whisky auch außerhalb Schottlands. 1895 wurde Ballentine's von Königin Victoria zum königlichen Hoflieferanten ernannt.

1919 veräußerte die Ballantine-Familie das Unternehmen an James Barclay und R.A. McKinlay. Barclay, der bereits eine Whisky-Destille besaß, hatte gute Kontakte in die USA, sodass er Ballantine's-Whisky während der Prohibition in den USA (1919 – 1933) in großen Mengen nach Kanada und auf die Bahamas exportierte; Schmuggler übernahmen dann den Transport und den Vertrieb in die USA. Von 1937 an gehörte die Firma George Ballantine & Son zum kanadischen Whisky-Hersteller Hiram Walker-Gooderham & Worts (Canadian Club), der 1987 von dem britischen Spirituosenkonzern Allied-Lyons (Harveys Bristol Cream, Teacher's) übernommen wurde; ab 1994 hieß dieses Unternehmen Allied-Domecq. Hiram Walker errichtete 1938 eine neue Brennerei in Dumbarton bei Glasgow, wohin anschließend auch der Ballantines-Hauptsitz verlegt wurde. Die Dumbarton Grain Distillery war bis zu ihrer Stilllegung 2002 eine der größten schottischen Brennereien; Ballantine's kommt heute aus der Strathclyde Grain Distillery bei Glasgow. Die Hauptmarke ist Ballantine's Finest Scotch Whisky, eine Mischung aus 42 verschiedenen Malt- und Grain-Whiskies. Daneben gibt es auch noch höhere Qualitäten wie »Ballantine's 12/17/21/30 Years Old Blended Scotch Whisky« und »Ballantine's Pure Malt (12 years old)«.

2005 erwarb der französische Spirituosenkonzern Pernod-Ricard (Chivas Regal, Clan Campbell, Glenlivet, Jameson, Martell, Mumm, Pernod, Ricard, Ramazotti, Sandeman) Allied-Domecq, musste jedoch aus kartellrechtlichen Gründen einige Allied-Domecq-Marken an das US-Unternehmen Fortune Brands/Jim Beam Brands (Jim Beam, DeKuyper, Geyser Peak) abgeben, u.a. Canadian Club, Courvoisier, Harveys, Sauza Tequila und Teacher's. 2014 wurde die Beam Inc. (Deerfield/Illinois), wie die Herstellerfirma inzwischen hieß, von dem japanischen Spirituosen- und Getränkekonzern Suntory (Akadama Sweet Wine, Hibiki Whisky, Hop's Draft, Magnum Dry, Midori Melon Liqueur, Orangina, Ribena, Schweppes, Suntory Whisky, The Premium Malt's, Yamazaki Whisky) übernommen.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:49