Markenlexikon

Asics

Japan

Kihachiro Onitsuka (1918 – 2007) gründete 1949 in Kobe eine Firma, die zunächst von Hand gefertigte Sportschuhe unter den Markennamen Cortez, Kobe und ab 1958 Tiger-Marathon (nachdem man die Tiger Rubber Factory aus Kobe übernommen hatte) in den Handel brachte. Bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne stellte die Onitsuka Company den offizieller Olympiaschuh her.

Der Äthiopier Abebe Bikila gewann den Marathon allerdings ohne Schuhe; er lief barfuß. Als Bikila ein Jahr später an einem Marathon in Japan teilnahm, fing ihn der Firmenchef nach dem Training ab und warnte ihn eindringlich vor den vielen Glasscherben auf japanischen Straßen. Bikila ließ sich schließlich überzeugen und lief fortan in speziell für ihn gefertigten Onitsuka-Schuhen.

Ab 1964 wurden die Tiger-Schuhe in den USA von der Firma Blue Ribbon Sports vertrieben. 1971, als das Vertriebsabkommen endete, etablierte Blue Ribbon Sports die Marke Nike. 1977, kurz nachdem sich die drei Sportartikelhersteller Onitsuka, Jelenk und GTO zusammengeschlossen hatten, ließ sich auch die Onitsuka Company einen neuen Namen einfallen: Asics Corporation.

Asics ist ein Akronym aus der lateinischen Sentenz »anima sana in corpore sano« (»Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper« – im Original: »Orandum est ut sit mens sana in corpore sano« – »Es wäre zu wünschen, dass in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist stecken möge»), die von dem römischen Satiren-Dichter Decimus Iunius Iuvenalis (Juvenal) stammt. Ironie des Schicksals: Die Textpassage ist eine ironische Anspielung auf den Fitnesswahn und Körperkult im alten Rom. Juvenal bezweifelte, dass Menschen, die soviel Zeit auf ihren Körper verschwenden, auch noch Zeit haben, klar zu denken.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 19.05.2018 | 15:49