Markenlexikon
Die 1869 auf Betreiben der Schweizerischen Kreditanstalt gegründete Schweiz Transport-Versicherungs-Gesellschaft rief 1872 den Versicherungs-Verein Zürich ins Leben, eine Tochtergesellschaft, die einerseits einen Teil der Rückversicherung der Muttergesellschaft übernehmen, andererseits eine eigene Transportversicherung aufbauen sollte. Der Einstieg in die Unfallversicherung (1875) führte zu einer Umbenennung in Transport- und Unfall-Versicherungs-Actiengesellschaft Zürich. Aus dem Geschäftsfeld Transportversicherung zog sich das Unternehmen jedoch aufgrund hoher Verluste 1881 wieder zurück. 1894 benannte sich die Gesellschaft noch einmal um, diesmal in Zürich Allgemeine Unfall- und Haftpflicht-Versicherungs-Aktiengesellschaft. Ab den 1870er Jahren eröffnete die Zürich die ersten Auslandsniederlassungen: Deutschland (1875), Frankreich (1877), Belgien (1877), Niederlande (1878), Spanien (1878), Polen (1880), Weißrussland (1880), Italien (1882), Russland (1885), Luxemburg (1886) und Liechtenstein (1890).
Aufgrund der teilweisen Verstaatlichung der Arbeiterunfallversicherung in der Schweiz expandierte die Zürich 1912 in die USA, zunächst in die Bundesstaaten New York, New Jersey, Massachusetts und Illinois. 1922 entstand eine Filiale in London. Mit der Gründung der Vita Lebensversicherung (ab 1993 Zürich Lebensversicherung) stieg das Unternehmen 1922 auch in das Geschäftsfeld Lebensversicherungen ein. 1925 wurde die Zürich offizieller Versicherer aller Ford-Neufahrzeuge in Großbritannien.
1955 benannte sich das Unternehmen in Zürich Versicherungs-Gesellschaft um. Durch die Übernahme der Alpina Versicherungs-Aktiengesellschaft aus Zürich kehrte die Zürich 1965 in das Geschäft mit Transportversicherungen zurück. Weitere Akquisitionen waren 1969 die Agrippina Versicherung Köln, 1975 eine Beteiligung am Kölner Gerling-Konzern, die jedoch schon 1978 wieder verkauft wurde, sowie 2001 die Versicherungsgruppe Deutscher Herold, die seit 1992 mehrheitlich zur Deutschen Bank gehört hatte.
Infolge der Expansion in andere Bereiche der Finanzbranche (1994 Privatbank Rüd, Blass & Cie., 1996 Kemper Financial Service, Scudder, Stevens & Clark) kam es 1998 zum Zusammenschluss mit dem Versicherungs- und Finanzgeschäft des britischen Mischkonzerns BAT Industries (Allied Dunbar, Eagle Star Insurance, Farmers Group, Hambro Life Assurance). Das neue Unternehmen Zurich Financial Services bestand zunächst aus zwei Aktiengesellschaften (Zurich Allied Zürich, Allied Zurich London), die im Jahr 2000 in die neu gegründete Zurich Financial Services (ZFS) integriert wurden.
Bereits 2002 fokussierte sich ZFS jedoch wieder hauptsächlich auf versicherungstechnische Finanzprodukte und -dienstleistungen. Das Rückversicherungsgeschäft, das ab 1997 als Zurich Re firmierte, brachte ZFS 2001 unter dem Namen Converium an die Börse.
Seit 2012 firmiert die Gesellschaft als Zurich Insurance Group. Zu den Produkten gehören alle Arten von Versicherungen sowie Spar-, Kapitalanlage-, Renten- und Altersvorsorgepläne für Privatpersonen und Unternehmen in mehr als 170 Ländern. Alle übernommenen Marken wie Agrippina, Alpina, Baden-Badener, Deutscher Herold oder Vita wurden inzwischen aufgegeben und durch die Marke Zurich ersetzt.
Text: Toralf Czartowski