Markenlexikon

Branche:

Vivendi

Frankreich

Die 1853 durch ein kaiserliches Dekret gegründete Compagnie Générale des Eaux (CGE) versorgte zunächst u.a. die Städte Lyon (ab 1853), Nantes (ab 1854), Paris (ab 1860), Venedig (ab 1880), Konstantinopel (ab 1882) und Porto (ab 1883) mit Wasser. Später beschäftigte sich das Unternehmen auch mit Geschäftsfeldern wie Abfallbeseitigung (dieser Bereich firmierte ab 1989 als Onyx), Recycling und Wasseraufbereitung.

In den 1980er Jahren des 20. Jahrhunderts stieg CGE durch zahlreiche Übernahmen verstärkt in andere Wirtschaftsbereiche ein, u.a. Transport (1980 CGFT Compagnie Générale Française de Tramways; 1997 DEG Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft; dieser Bereich firmierte ab 2000 als Connex), Heiztechnik (1980 Compagnie Générale de Chauffe, 1986 Montenay; dieser Bereich firmierte ab 1998 als Dalkia), Telekommunikation (1987; SFR Société française du radiotéléphone), Hoch- und Tiefbau (1988 SGE Société Générale d’Entreprises S.A.; wurde 2000 verkauft) und Unterhaltung (1992 Studio Babelsberg; 1997/98 Havas [Pay-TV-Sender Canal +, Bücher, Zeitschriften, Werbung, Sierra Computerspiele], 2000 Seagram [Universal Studios, Universal Pictures, Universal Music Group]). Wegen der vielen neuen Geschäftsfelder benannte sich der Konzern 1998 in Vivendi S.A. um.

1999 fasste Vivendi den Versorgungsbereich (Vivendi Water, Onyx Waste Management, Dalkia Energy Services, Connex Transportation) unter dem Namen Vivendi Environnement (ab 2003 Veolia Environnement) zusammen und platzierte das Unternehmen ein Jahr später an der Pariser Börse (in New York 2001). Seit 2006 ist Vivendi nicht mehr an Veolia beteiligt.

2004 veräußerte Vivendi 80 Prozent der Entertainment-Sparte Vivendi-Universal Entertainment (Universal Studios, Universal Pictures) an die General-Electric-Tochter NBC (NBC-Universal). Die Universal Music Group gehört weiterhin zu Vivendi (2006 erwarb Vivendi die letzten 20 Prozent, die Panasonic noch an Universal besaß). 2006 erwarb Vivendi von Bertelsmann den Musikverlag BMG Music Publishing.

Vivendi gehört heute die Universal Music Group (Abbey Road Studios, A&M Records, Blue Note, Bravado, Capitol Records, Casablanca Records, Decca, Def Jam, Deutsche Grammophon, Dot Records, EMI Records, Geffen Records, Harvest, Interscope Records, Island Records, MCA Records, Mercury Records, Motown, Polydor, Verve Records, Virgin Records), Fernsehsender (Canal+ Group), Film-Produktionsfirmen (StudioCanal, RED Production, Mars Films), Internet-Dienste (Dailymotion, Watchever, MyBestPro, See Tickets, Digitick, Radionomy) und Hersteller von Computerspielen (Gameloft, Ubisoft). Das Telekomgeschäft (SFR, Neuf Cegetel, Global Village Telecom, Maroc Telecom) verkaufte Vivendi zwischen 2013 und 2015.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 16.06.2019 | 01:49