Markenlexikon

Branche: Kleinwaffen

Uzi

Israel

Die berühmteste Maschinenpistole der Welt wurde von einem deutschen Juden in Israel entwickelt. Der in Weimar geborene Gotthard Glass (1923 – 2002) emigrierte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zunächst nach Großbritannien und ging dann, wie viele andere Juden auch, einige Jahre später in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina, wo er sich Uziel Gal nannte. 1943 wurde er von den Briten wegen illegalem Waffenbesitz verhaftet und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, wovon er die Hälfte absitzen musste. Für einen späteren Waffenkonstrukteur macht sich solch eine Begebenheit in der Biografie natürlich sehr gut, zumal die Briten in Palästina für Araber und Juden Besatzer waren.

Kurz nach der Gründung des Staates Israel (1948) begann der damalige Leutnant mit der Entwicklung einer Maschinenpistole, die später gegen seinen Willen Uzi genannt wurde. Vorbild waren die tschoslowakischen Maschinenpistolen Koucky ZK 476 und CZ M23/25, was daran lag, dass die Juden während des Palästina-Kriegs (1947 – 1949) gegen die arabischen Staaten Ägypten, Irak, Libanon, Syrien, und Transjordanien Waffen verwendeten, die mit finanzieller Hilfe amerikanischer Juden in der damaligen Tschechoslowakei gekauft worden waren.

Die Serienproduktion der Uzi begann Anfang der 1950er Jahre, Hersteller war das israelsche Staatsunternehmen Israel Military Industries (IMI). 1954 wurde die Uzi offiziell bei den israelischen Streitkräften eingeführt. Die Uzi wird von Israel Weapon Industries (IWI; 2005 privatisierte Handfeuerwaffensparte von IMI) bis heute in einem Werk in der Nähe von Tel Aviv hergestellt und in über 90 Länder der Welt exportiert (seit 1959 auch an die Bundeswehr). Von 1960 bis 1983 fertigte der belgische Waffenhersteller FN Herstal die Uzi in Lizenz. Inzwischen gibt es mehrere Varianten wie die Mini-Uzi, die Micro-Uzi und die Selbstladepistole Uzi. Ab 2003 entfernte die israelische Armee die Uzi schrittweise aus ihrem Waffenbestand, für den Export wird sie jedoch weiterhin hergestellt.

Uziel Gal verließ die israelische Armee 1975 und lebte bis zu seinem Tod in Philadelphia (USA). Wie auch der rusische Waffenkonstrukteur Michail Kalashnikov war Uziel Gal nie finanziell am Erfolg seiner Waffe beteiligt.

Inzwischen gibt es unter der Marke Uzi zahlreiche weitere Produkte wie Uhren, Taschenlampen, Tactical Pens, Messer, Handschellen oder Teaser, die jedoch von anderen Herstellern in Lizenz produziert und vertrieben werden.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 16.06.2019 | 01:49