Markenlexikon

Branche: Musikindustrie

Universal Music

USA

Die Hollywood-Filmgesellschaft Universal Studios kam erstmals 1951/52 mit der Musikindustrie in Verbindung, als sie von der New Yorker Plattenfirma Decca Records übernommen wurde. 1958 erwarb die Music Corporation of America (MCA; Künstleragentur, Programmproduzent, TV-Vermarkter) aus Chicago das Universal-Studio-Gelände in Hollywood. 1962 kamen beide Firmen, Decca und Universal, unter die Kontrolle von MCA. Durch die Übernahme der beiden Musikverlage Leeds Music und Duchess Music entstand 1964 der Musikverlag MCA Music Publishing (ab 1999 Universal Music Publishing). 1966 etablierte MCA die neue Plattenfirma MCA Records, unter deren Dach die Labels Decca, Uni, Coral, Brunswick, Kapp und Vocalion zusammengefasst waren. 1973 wurden alle Musiklabels zugunsten von MCA Records eingestellt. Später erwarb MCA noch weitere Plattenfirmen (1979 ABC Records, 1985 Chess Records, 1988 Motown, 1990 GRP Records, Geffen Records). Die Beteiligung an Motown verkaufte MCA 1991 an den Investmentgesellschaft Boston Ventures.

1991 wurde MCA erst vom japanischen Elektronikkonzern Matsushita Electric (Panasonic) übernommen, der sich jedoch mit der Funktionsweise des amerikanischen Entertainmentgeschäfts nie richtig anfreunden konnte und dementsprechende Verluste produzierte. 1995 verkaufte Matsushita 80 Prozent der MCA-Anteile an den kanadischen Spirituosenkonzern Seagram. 1996 wurden MCA in Universal Studio und die MCA Music Entertainment Group (Decca Nashville, Geffen Records, GRP Records, MCA Records) in Universal Music Group umbenannt.

1998 erwarb Seagram von Philips die PolyGram-Gruppe (A&M, Barclay, Casablanca, Decca London, Deutsche Grammophon, Def Jam, Fontana, Interscope, Island, Mercury, Metronome, Motown, Philips Classics, Phonogram, Pickwick, Polar, Polydor, RSO, Vanguard, Vertigo, Verve).

Im Jahr 2000 übernahm der französische Mischkonzern Vivendi (TV-Sender, Personennahverkehr, Telekommunikation, Wasserversorgung), die frühere Compagnie Générale des Eaux (CGE), Seagram und damit auch Universal. Das neue Unternehmen firmierte zunächst als Vivendi-Universal und ab 2006 wieder als Vivendi. Um den Deal zu finanzieren, mussten jedoch die profitablen Spirituosenmarken verkauft werden.

Mit der Übernahme der Musikverlage Rondor Music (2000), der zuvor den A&M-Gründern Herb Alpert und Jerry Moss gehört hatte, und dem Bertelsmann-Musikverlag BMG Music Publishing (2006) wurde Universal Music Publishing zum größten Musikverlag der Welt und überholte damit den damaligen Marktführer EMI Music.

2004 veräußerte Vivendi 80 Prozent der Entertainment-Sparte Vivendi-Universal Entertainment (Universal Studios) an die General-Electric-Tochter NBC (den Rest erwarb GE 2010). Das neue Unternehmen heißt nun NBC-Universal. 2006 trennte sich Vivendi von seinem Versorgungsbereich, der inzwischen als Veolia Environnement firmierte, und erwarb gleichzeitig die letzten 20 Prozent, die Matsushita Electric noch an Universal Music besaß.

2011 erwarb Universal Music Teile der EMI-Group (EMI Records, Capitol Records, Harvest, Virgin Records, Chrysalis Records, Parlophone), musste aber 2013 die Labels Parlophone und Chrysalis aus kartellrechtlichen Gründen an Warner Music abgeben.

2020 verkaufte Vivendi 10 Prozent seiner Anteile an der Universal Music Group an die chinesische Tencent Holdings Ltd. Shenzhen (Bezahldienste, Nachrichtendienste, Netzhandel, Online-Spiele, Online-Werbung, Soziale Netzwerke, Streamingdienste, Webportale), um einen Besseren Zugang zum asiatischen Markt zu bekommen.

Text: Toralf Czartowski

Universal Music  Logo

Tochtergesellschaften, Marken, Beteiligungen (Auswahl)

A&M Records Logo
Capitol Records Logo
Decca Logo
Def-Jam Records Logo
Deutsche Grammophon Logo
Fontana Logo
Geffen Records Logo
GRP Records Logo
Interscope Record Logo
Island Records Logo
MCA Logo
MCA Nashville Logo
Mercury Records Logo
Motown Logo
Polar Music Logo
Polydor Logo
PolyStar Logo
Vertigo Logo
Virgin EMI Records Logo
Verve Records Logo
Letzte Änderung der Seite: 12.04.2020 | 01:34