Markenlexikon

Branche: Uhren

Ulysse Nardin

Schweiz

Der Franzose Jean Léonard Nardin (1756 – 1843), der die Firma 1774 in Le Locle gegründet hatte, stellte zunächst Öfen her. Erst sein Enkel Ulysse Nardin, der die Manufaktur 1846 übernahm, begann mit der Produktion von Uhren. Ab 1876 spezialisierte sich Paul David Nardin, der Sohn des Gründers, auf Marine-Chronometer, mit deren Hilfe der genaue Standort von Schiffen auf dem offenen Meer auf bestimmt werden konnte. Ab 1915 kamen die Schiffsuhren von Ulysse Nardin auch standardmäßig bei der U.S. Navy zum Einsatz.

In den 1980er Jahren erregte die Firma mit drei äußerst komplexen astronomischen Uhren für Aufsehen (Trilogie der Zeit). Die »Astrolabium Galileo Galilei« von 1985 zeigte neben Stunden, Minuten, Sekunden, Tagen und Monaten auch eine ganze Reihe astronomischer Daten an, u.a. Stellung von Mond, Sonne, Sternen, die Auf- und Untergangszeiten von Mond und Sonne, Mondphasen sowie Dämmerungsphasen. 1988 folgte die »Planetarium Copernicus«; sie zeigte die astronomischen Positionen von fünf Planeten in Relation zur Sonne und zur Erde an. 1992 wurde die Serie mit der »Tellurium Johannes Kepler« beendet. Dieser Zeitmesser stellte die Rotation der Erde vom Nordpol aus gesehen dar. Entwickelt hatte alle drei Uhren der Uhrmacher Ludwig Oechslin.

Ulysse Nardin, seit 1983 im Besitz einer Investorengruppe unter der Leitung von Rolf Schnyder, ist neben Patek Philippe und Chopard eine der wenigen Schweizer Uhrenmanufakturen, die nicht zu einem der drei großen Uhren- und Luxusgüterkonzerne Swatch (Balmain, Blancpain, Breguét, Certina, Longines, Mido, Omega, Rado, Tissot), Richemont (Baume & Mercier, IWC, Jaeger LeCoultre, Piaget, Vacheron Constantin) und LVMH (Ebel, TAG-Heuer, Zenith) gehören.

Text: Toralf Czartowski

Ulysse Nardin Logo
Letzte Änderung der Seite: 18.03.2020 | 00:02