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Markenlexikon

Trussardi

Ursprungsland: Italien

Der Handschuhmacher Dante Trussardi eröffnete 1911 in Bergamo eine kleine Werkstatt, in der er handgemachte Lederhandschuhe herstellte und verkaufte. Nachdem der Gründer verstorben war, führte sein gleichnamiger Sohn das Unternehmen weiter. Er starb jedoch bereits 1971 bei einem Autounfall. Daraufhin übernahmen Giordano Trussardi, der Bruder des Gründers, und sein Sohn Nicola Trussardi (1942 – 1999) die Leitung der Familienfirma. Die beiden neuen Chefs sahen sich nun vor die Aufgabe gestellt, das Unternehmen entweder zu schließen und sich andere Jobs zu suchen oder das Sortiment um neue Produkte zu ergänzen, denn mit Handschuhen allein ließ sich damals kein Geld mehr verdienen. Nicola wählte Letzteres und brachte 1973 eine ganze Lederkollektion (Brieftaschen, Schuhe, Gürtel, Taschen, Handkoffer) auf den Markt. Drei Jahre später eröffnete er in Mailand, dem Zentrum der italienischen Modeindustrie, eine eigene Boutique, wo auch erstmals Schmuckkollektionen verkauft wurden.

In den 1970er und 1980er Jahren kamen weitere Produkte wie Brillen, Haute-Couture-Kollektionen, Heimartikel, Jeans, Kinderbekleidung, Lederjacken, Parfums, Ready-to-wear-Kollektionen sowie Sport- und Freizeitbekleidung hinzu. Daneben gestaltete Nicola Trussardi auch Autoinneneinrichtungen, Fahrräder, Hubschrauber, Motorräder, Telefone und Uhren. 1987/1988 entwarf er die Sportbekleidung für die italienischen Athleten, die an den Olympischen Spielen in Seoul teilnahmen. 1996 rief Nicola Trussardi die Fondazione Nicola Trussardi ins Leben, eine international tätige Stiftung zur Förderung zeitgenössischer Kunst. Viele Trussardi-Produkte wurden in einem Produktionswerk in Modena hergestellt, das Nicola Trussardi gehörte (Sosab).

Nachdem Nicola 1999 an den Folgen eines Autounfalls verstorben war, wurde das Unternehmen zunächst von seiner Witwe Maria Luisa Gavazzeni und ihren Kindern Beatrice, Francesco, Gaia und Tomaso weitergeführt. 2003 verunglückte auch der neunundzwanzigjährige Francesco Trussardi bei einem Autounfall in seinem Ferrari tödlich. 2019 erwarb die italienische Private-Equity-Firma Quattro R die Mehrheit bei Trussardi; seit 2023 gehört Trussardi zur Miroglio Group, die ebenfalls als Hersteller und Einzelhändler in der Bekleidungsbranche tätig ist. Verkauft werden die Produkte weltweit in zahlreichen Franchise-Boutiquen.

Text: Toralf Czartowski

www.trussardi.com