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Markenlexikon

Tommy Hilfiger

Ursprungsland: USA

Thomas Jacob (Tommy) Hilfiger (* 1951) sollte nach dem Wunsch seiner Eltern eigentlich Ingenieur werden, doch er interessierte sich mehr für den Einzelhandel. Nachdem er im Sommer 1969 eine Weile in einem Bekleidungsgeschäft gejobbt hatte, gründete er zusammen mit einigen Bekannten in seiner Heimatstadt Elmira/New York einen Laden namens People's Place, wo sie Blusen, Kerzen, Lederjacken, Poster, Pullover, Räucherstäbchen, Schallplatten und Schlaghosen vor allem an Studenten verkauften. Außerdem befand sich in dem Geschäft ein Friseursalon und im Keller wurden gelegentlich Rockkonzerte veranstaltet. Die Klamotten, die sie in New York City kauften, arbeitete Hilfiger nach seinen Vorstellungen um. Das Geschäft lief anfangs sehr gut und Hilfiger konnte sich sogar einen Porsche leisten. Da er sich aber hauptsächlich mit dem Design beschäftigte und weniger mit der Geschäftsführung, machte die Firma 1977 dennoch pleite.

Hilfiger arbeitete anschließend eine Zeit lang unter dem Namen Tommy Hill als freier Designer, belegte Kurse, in denen es um die geschäftliche Seite der Modebranche ging, und gründete zwei weitere, aber kurzlebige Firmen. 1984 lernte er den indischen Unternehmer Mohan Murjani kennen, dessen Bekleidungs- und Handelsunternehmen Murjani Group (Hongkong) Marken wie Coca-Cola Clothing (Lizenz), Gloria Vanderbilt Jeans (Lizenz) und Marco Polo (T-Shirts) gehörten. Murjani stellte Hilfiger die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung, um seine erste eigene Herrenkollektion zu entwickeln und 1985 der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Mode von Tommy Hilfiger war eine sportlichere Variante des College-Looks von Ralph Lauren, vorzugsweise in den Farben der US-Flagge. Zu seiner Zielgruppe gehörten zunächst vor allem weiße amerikanische Männer zwischen 25 und 45 Jahren. Die erste Damenkollektion kam erst 1996 auf den Markt.

Die Marke Tommy Hilfiger gehörte anfangs der Murjani-Group-Tochter Murjani International. Erst 1988 entstand das Unternehmen Tommy Hilfiger Co. Inc. In dieser Zeit stieg auch der Hongkonger Geschäftsmann Silas Chou als Investor ein. Chous Firma Novel Enterprises war damals einer der größten asiatischen Pulloverhersteller, in dessen Fabriken die Bekleidung von Tommy Hilfiger anschließend produziert wurde. 1992 ging die Tommy Hilfiger Corporation an die New Yorker Börse.

Tommy Hilfiger
Tommy Hilfiger

In den 1990er Jahren stieg Tommy Hilfiger neben Calvin Klein, Donna Karan und Ralph Lauren zum erfolgreichsten US-amerikanischen Modedesigner auf. 1995 wurde er vom Council of Fashion Designers of America als Menswear Designer of the Year ausgezeichnet. 1994 trat der Rapper Snoop Doggy Dog mit einem Tommy-Hilfiger-Shirt in der Fernsehshow Saturday Night Live auf und machte die Marke damit auch bei der schwarzen Bevölkerung salonfähig.

2005 verkaufte der deutsche Modedesigner Karl Lagerfeld die Markenrechte an seinen Kollektionen an Tommy Hilfiger, blieb jedoch weiterhin für das Design der hochpreisigen Pariser Lagerfeld Collection zuständig. Nur die preiswerteren Kollektionen wurden kurzzeitig von Tommy-Hilfiger-Designern in New York entworfen. Bereits 2006 – gerade als die Tommy Hilfiger Corporation von der britischen Investmentfirma Apax Partners übernommen worden war – wurde der Vertrieb der Lagerfeld-Kollektionen in den USA beendet, die preiswerteren Kollektionen ganz eingestellt und die Boutiquen in Paris und Monaco geschlossen. Die Lagerfeld Collection hieß nun wieder schlicht Karl Lagerfeld, die Herstellung übernahm 2007 das italienische Unternehmen Vaprio Stile. 2009 wurde Tommy Hilfiger an Phillips-Van Heusen/Calvin Klein verkauft, die Marke Karl Lagerfeld blieb jedoch bei Apax.

Unter dem Markennamen Tommy Hilfiger werden auch Brillen, Schmuck, Schuhe, Ledergürtel, Bettbezüge, Uhren, Parfums und Kosmetika vermarktet. Die größten und wichtigsten Geschäfte befinden sich in New York, Beverly Hills und London. Die Parfums Tommy (1995) und Tommy Girl (1996) werden von der Estée-Lauder-Tochter Aramis hergestellt.

Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Public Domain

www.tommy.com