Markenlexikon

Branche: Autozulieferer

Tenneco

USA

Tenneco wurde 1940 als Tennessee Gas and Transmission Company (ab 1947 Tennessee Gas Transmission Company) in Houston/Texas gegründet, um eine Gas-Pipeline zwischen dem Golf von Mexiko (Texas/Louisiana) und Tennessee zu bauen. 1943 ging das Unternehmen in den Besitz der Chicago Corporation über, einer 1929 gegründeten Investmentgesellschaft, die über zahlreiche Beteiligungen an texanischen Öl- und Gasfeldern verfügte. 1944 war die Pipeline fertig; in den nächsten 15 Jahren wurde das Pipeline-System, das zunächst durch die Bundesstaaten Texas, Louisiana, Arkansas, Mississippi und Tennessee führte, noch weiter ausgebaut und nach Kentucky, West-Virginia, Ohio, Pennsylvania, New York, New Jersey und in die New-England-Staaten verlängert. Infolge des Natural Gas Act von 1938 wurde Tennessee Gas 1945 wieder eine unabhängige Gesellschaft.

So richtig konnte sich der Konzern, der ab 1966 offiziell Tenneco Inc. hieß, jedoch nie entscheiden, in welcher Branche er tätig sein wollte. 1946 begann Tenneco in die Öl- und Gasförderung einzusteigen (Kauf von Ölfirmen wie Sterling Oil, Del-Key Petroleum, Bay Petroleum, Houston Oil and Minerals), 1961 übernahm man die Heyden Newport Chemical Corporation, 1965 den Verpackungshersteller Packaging Corporation of America (PCA), 1967 den Traktorhersteller Case und die Walker Manufacturing Company (Auspuff- und Abgassysteme), 1968 die Schiffswerft Newport News Shipbuilding & Drydock Company, 1972 den britischen Traktorenhersteller David Brown, 1977 die Monroe Auto Equipment Company (Stoßdämpfer), 1978 die Philadelphia Life Insurance Company, 1984 Ecko Housewares, 1985 den Landmaschinen- und Traktorenbereich von International Harvester (IHC) und 1987 Sperry Marine Systems.

Soviel kunterbuntes Mischmasch kam allerdings bei den Aktionären und der Wall Street nicht besonders gut an und so geriet der Konzern zunehmend ins straucheln. Anfang der 1990er Jahre entschied sich das neue Managment zunächst für die beiden Bereiche Tenneco Automotive (Autozubehör) und Tenneco Packaging (Verpackungen) – der Rest wurde ausgegliedert oder verkauft, u.a. 1996 auch die Gassparte Tenneco Energy und die Tenneco-Zentrale in Houston an die El Paso Corporation, woraufhin der Tenneco-Firmensitz nach Greenwich/Connecticut verlegt wurde. Nachdem man 1999 auch den Verpackungshersteller PCA verkauft hatte, ist Tenneco heute nur noch als Fahrzeugzulieferer tätig (u.a. Monroe, Walker, Rancho, DynoMax, Clevite Elastomers, Gillet, Fonos, Fric-Rot, Kinetic, Thrush, DNX, Marzocchi, Axios, Luke). Zu den Tenneco-Kunden gehören fast alle großen Automobilkonzerne, u.a. Audi, Chrysler, Daimler, Fiat, Ford, General Motors, Honda, Navistar, Jaguar, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Porsche, Peugeot-Citroën, Renault, Škoda, Suzuki, Tata, Toyota, Volkswagen und Volvo. Tenneco betreibt 80 Fabriken in 24 Ländern.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 18.03.2020 | 00:02