Markenlexikon
Unter dem Markenzeichen TAKRAF (Tagebau-Ausrüstungen, Krane und Förderanlagen) wurden in der ehemaligen DDR von 1965 bis 1990 Aufzüge (Fahrstühle), Brücken, Fahrtreppen (Rolltreppen), Förderanlagen, Hebemaschinen, Krane sowie Verlade- und Transportanlagen vermarktet. Zuvor hieß der Betriebsverbund VVB (Vereinigung Volkseigener Betriebe) Bergbau-Ausrüstungen und Förderanlagen. Zum TAKRAF-Kombinat Leipzig gehörten Werke in Aschersleben, Calbe/Saale, Berlin, Dresden, Eberswalde, Erfurt, Köthen, Lauchhammer, Leipzig, Luisenthal, Magdeburg, Mylau, Neubrandenburg, Saalfeld, Schmalkalden, Sebnitz, Silbitz, Suhl, Wittenberg, Wurzen und Zeitz.
1990 wurde das Kombinat in eine Aktiengesellschaft umgewandelt (TAKRAF Schwermaschinenbau), die zunächst der Treuhandanstalt gehörte. 1992 entstand aus den Teilen der Aktiengesellschaft (TAKRAF Anlagenbau, TAKRAF Holding, Schwermaschinenbau Lauchhammerwerk) das Unternehmen TAKRAF Lauchhammer mit Werken in Leipzig und Lauchhammer. Auch mehrere andere TAKRAF-Werke wurden in den 1990er Jahren privatisiert, u. a. Schwermaschinenbau S. M. Kirow Leipzig. 1994 verkaufte die Treuhandanstalt TAKRAF Lauchhammer an MAN Fördertechnik. Beide Firmen wurden anschließend zusammengeschlossen (MAN TAKRAF Fördertechnik). 2006 reichte MAN den Bereich Fördertechnik an die VTC Industrieholding weiter, woraufhin der Firmenname wieder in TAKRAF geändert wurde.
2007 wurde der italienische Anlagenbauer Tenova (Mailand), eine Tochtergesellschaft des argentinischen Mischkonzerns Techint (Bauunternehmen, Bergbauausrüster, Erdölunternehmen, Industrieöfen, Stahlwerke, Stahlrohre, Telekommunikation), neuer TAKRAF-Eigentümer. Das Unternehmen fertigt Maschinen und Anlagen für den Bergbau.
Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Pixabay.com, Public Domain

