Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Steiff

Ursprungsland: Deutschland

Die in der schwäbischen Stadt Giengen an der Brenz geborene Appolonia Margarete Steiff (1847 – 1909) war infolge einer Kinderlähmung seit frühester Kindheit an den Rollstuhl gefesselt. Trotzdem absolvierte sie eine Ausbildung zur Schneiderin. 1874 richtete sie sich im elterlichen Haus eine Schneiderei ein, in der sie fortan zusammen mit ihrer Schwester für Kunden aus der Umgebung arbeitete. 1877 eröffnete Margarete Steiff in ihrer Heimatstadt ein Filzgeschäft, in dem sie bald mehrere fest angestellte Näherinnen beschäftigte. Zunächst verkaufte sie selbst genähte Frauenunterröcke und Kindermäntel.

1880 fertigten Margarete Steiff und ihre Näherinnen Filz-Nadelkissen in Form eines Elefanten, die sie zuvor als Schnittmuster in einer Modezeitschrift entdeckt hatte. Da sich die Nadelkissen überaus erfolgreich auf den Märkten der Umgebung verkauften, konzentrierte sich die Firma fortan auf die Herstellung von Stofftieren (Elefanten, Hunde, Katzen, Pferde). Zu diesem Zweck wurde 1890 in der Mühlstraße ein neues Fabrikgebäude errichtet. 1892 erschien der erste Stofftierkatalog. Bald gingen die Steiff-Stofftiere auch in den Export (1895 London, 1901 USA).

1902 entwickelte Richard Steiff (1877 – 1939), ein Sohn von Margaretes Bruder Fritz, einen Stoffbären mit beweglichen Armen und Beinen, Glasaugen und einem Fell aus Mohairplüsch (Modell 55 PB). International bekannt wurden die Plüschbären 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis/Missouri, die rund zwanzig Millionen Menschen besuchten. Margarete und Richard Steiff erhielten dort für zwölftausend verkaufte Steiff-Bären je eine Goldmedaille. In der Folgezeit stieg die Zahl der verkauften Bären weltweit rapide an.

Darüber, wie der Teddybär zu seinem Namen kam, gibt es mehrere Erzählungen, die ihn alle mit dem damaligen US-Präsidenten Theodore Roosevelt in Verbindung bringen (Teddy ist die familiäre Kurzform des englischen Vornamens Theodore).

Der passionierte Jäger Roosevelt hatte sich nach einer erfolglosen Bärenjagd im Jahr 1902 geweigert, einen extra für ihn angebundenen Jungbären zu erschießen. Clifford K. Berryman, ein Illustrator der Washington Post, hielt diese Szene in einer Karikatur fest. Später zeichnete er den kleinen Bären noch häufiger zusammen mit Roosevelt, sodass er allmählich zum Symbol des Präsidenten wurde und schließlich den Namen Teddybär erhielt. Eine andere Geschichte erzählt davon, dass ein amerikanischer Vertreter auf der Leipziger Messe 1903 dreitausend Steiff-Bären kaufte, von denen einige als Tischdekoration auf einer Tafel des Präsidenten landeten. Morris Mitchom, einer der Gründer der Ideal Novelty and Toy Company, behauptete später, durch die Karikaturen auf die Idee mit dem Namen Teddy gekommen zu sein, und sich sogar vom Präsidenten persönlich die Genehmigung dafür geholt zu haben.

Steiff
Steiff

Nachdem Margarete Steiff 1909 verstorben war, wurde die Firma von den Söhnen ihres Bruders weitergeführt (Richard, Paul, Franz, Hugo, Otto). Das Knopf-im-Ohr-Markenzeichen (ein Metallknopf mit einem eingeprägten Elefanten – später mit dem Namenszug Steiff) gibt es seit 1904.

Viele alte Steiff-Plüschtiere sind heute begehrte Sammlerstücke, die zu teilweise sehr hohen Preisen gehandelt werden. 1980 begann Steiff damit, Repliken bekannter Steiff-Tiere in limitierter Stückzahl zu fertigen. 1980 wurde auch das erste Steiff-Museum in einer Steiff-Fabrikhalle (Jungfrauenaquarium) in Giengen eröffnet. 2005 zog das Museum in ein neues Gebäude um.

Das Unternehmen, das sich bis heute in Familienbesitz befindet und seinen Hauptsitz im Gründungsort hat, fertigte zeitweise auch Holzspielzeug und noch immer Kinderkleidung. Produziert werden die Stofftiere hauptsächlich in Portugal und Tunesien, die Kinderkleidung in Ägypten und der Türkei. Zur Steiff-Gruppe gehören die Firma Margarete Steiff, der Stoffhersteller Schulte aus Duisburg und der Autozulieferer Aigo-Tec aus Giengen an der Brenz.

Text: Toralf Czartowski • Fotos: Pixabay.com, Public Domain

www.steiff.com