Markenlexikon
Die Den Norske Stats Oljeselskap A.S. (Staatliche Ölgesellschaft Norwegens AG) – kurz Statoil – wurde 1972 vom norwegischen Staat in Stavanger gegründet. Hintergrund für die Gründung war die Entdeckung großer Ölfelder in der Nordsee. In den 1970er Jahren wurden weitere Ölfelder in der Nordsee entdeckt, die das Unternehmen zum führenden europäischen Rohöl- und Gasexporteur aufsteigen ließen. 1977 lieferte Statoil das erste Gas durch Pipelines nach Emden (Deutschland) und St. Fergus (Schottland). 1978 stieg Statoil in die petrochemische Industrie ein.
1985 erwarb Statoil die Exxon-/Esso-Tankstellennetze in Dänemark und Schweden, 1992 auch das BP-Tankstellenetz in Irland. 1988 stieg der Konzern in die Erdgasförderung ein. 1994 wurden die petrochemischen Aktivitäten von Statoil und Neste (Finnland) zur Borealis Group zusammengeschlossen (2005 verkaufte Statoil seinen Anteil).
1999 beteiligte sich Statoil an dem norwegischen Öl- und Gasproduzenten Saga Petroleum (der Rest wurde von Norsk Hydro gehalten). 2007 erwarb Statoil die Öl- und Gasparte von Norsk Hydro, was zu einer kurzzeitigen Umbenennung des Konzerns in StatoilHydro führte.
2010 wurde das Geschäftsfeld Downstream (rund 2300 Tankstellen in Skandinavien, Polen, Russland und den baltischen Staaten) in die eigenständige börsennotierte Aktiengesellschaft Statoil Fuel & Retail ASA ausgegliedert. 2012 erwarb das kanadische Unternehmen Alimentation Couche-Tard, ein Betreiber von Convenience Stores (Circle K, On The Run), die Statoil-Tankstellenkette und ersetzte den Markennamen ab 2016 durch die eigene Marke Circle K. Die Flugbenzinsparte übernahm 2014 BP, die Schmierstoffparte (Statoil Fuel & Retail Lubricants) ging 2015 an Fuchs Petrolub.
Da Statoil inzwischen auch mehrere Windparks in Europa betreibt oder daran beteiligt ist, benannte sich das Unternehmen 2018 in Equinor um. Der seit 2001 an der Osloer Börse notierte ist Konzern befindet sich mehrheitlich im Besitz des norwegischen Staates.
Text: Toralf Czartowski