Markenlexikon

Spalt

Ursprungsland: Deutschland

Der Legende nach begann die Geschichte der Spalt-Schmerztablette mit dem Satz: »Sagen'se mal Meester, könn'se en Loch in ne Tablette machen, oder 'ne Kerbe oder sonst wat, det man im Dunkeln fühlen kann, wat es is«. Maximilian Baginski, der Gründer der Berliner Pharmafirma Prof. Dr. Much'sche Präparate, soll seinen Tablettenmeister damit auf die Idee mit dem Spalt gebracht haben. Namensgeber des Unternehmens war Professor Dr. Hans Much, ein Tuberkulose-Forscher und Direktor des Instituts für Serologie und experimentelle Therapie am Eppendorfer Krankenhaus in Hamburg.

Im Juni 1932 kam die Spalt-Tablette auf den Markt. Bereits im ersten Jahr wurden sechzig Prozent des Umsatzes für Werbung ausgegeben, was bald dazu führte, das Spalt zu den deutschen Markführeren Aspirin und Togal, die es schon einige Jahre länger gab, aufschließen konnte. Die Wirkstoffe wechselten mehrmals (Amidopyrin, Bellzylsuccinat, Koffein, Mandelsäurebenzylester, Phenacetin, Phenazonsalicylat). Heute enthalten Spalt-Tabletten Acetylsalicylsäure und Paracetamol, Doppel-Spalt Compact daneben noch Koffein. Spalt ist auch als Gel (Wirkstoff: Felbinac) und als Flüssigkapsel (Wirkstoff: Ibuprofen) erhältlich.

1972 wurde die Herstellerfirma Much, seit 1950 in Bad Soden ansässig, von Whitehall International, einer Tochtergesellschaft des US-Pharmakonzerns American Home Products (seit 2002 Wyeth) übernommen. 2009 kam es zur Fusion von Pfizer und Wyeth. Pfizer und GlaxoSmithKline (GSK) brachten ihre Consumer-Healthcare- und OTC-Geschäfte (Aquafresh, Dr. Best, Corega, Fenistil, Nicorette, Odol, Otrivin, Panadol, Parodontax, Sensodyne, Spalt, Theraflu, Voltaren) 2019 ein Jointventure ein, aus dem 2022 das neue börsennotierte Unternehmen Haleon hervorging. 2021 verkaufte GSK die Marken Baldriparan, Formigran, Kamol und Spalt an das deutsche Unternehmen PharmaSGP aus Gräfelfing.

Text: Toralf Czartowski

www.pharmasgp.com