Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

SAP

Ursprungsland: Deutschland

Die ehemaligen IBM-Mitarbeiter Dietmar Hopp (* 1940), Hasso Plattner (* 1944), Klaus Tschira (1940 – 2015), Hans-Werner Hector (* 1940) und Dr. Claus Wellenreuther gründeten 1972 in Weinheim (Sitz der Firma) und Mannheim (Büro) die Firma System-Analyse-Programmentwicklung GbR, um betriebswirtschaftliche Standardsoftware für Unternehmen zu entwickeln (Lohnabrechnung und Buchhaltung). Die fünf Gründer arbeiteten zunächst hauptsächlich nachts in den Rechenzentren ihrer ersten Kunden, u. a. in einem deutschen Nylonfaserwerk des britischen Chemiekonzerns ICI (Imperial Chemical Industries) in Östringen, beim Zigarettenhersteller Roth-Händle in Lahr und beim Pharma-Unternehmen Knoll in Ludwigshafen.

Im Gegensatz zu ihrem früheren Arbeitgeber, wo die Daten damals noch von Operatoren per Hand eingegeben und auf Lochkarten gespeichert wurden, setzten die Gründer von Anfang an auf die elektronische Eingabe und Speicherung, weswegen das Finanzbuchhaltungssystem RF, das 1973 fertig war, auch als Realtime-System bezeichnet wurde; der Buchstabe R blieb noch bis in die 2000er Jahre hinein eine typische SAP-Produktbezeichnung. Auf der Basis des RF-Systems entstanden in der Folgezeit weitere Softwaremodule (Einkauf, Bestandsführung, Rechnungsprüfung, Anlagenbuchhaltung), die dann zum System R/1 zusammengefasst wurden.

1976 wurde in Walldorf die Vertriebsfirma SAP GmbH – Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung gegründet; die GbR löste man 1981 auf. 1977 wurde der Hauptsitz nach Walldorf verlegt. Zur gleichen Zeit entschieden sich erstmals zwei ausländische Unternehmen für den Einsatz von SAP-Software. 1979 nahm SAP die erste eigene Rechenanlage in Betrieb, eine Siemens 7738, wodurch das Unternehmen nicht mehr ausschließlich auf die Rechenzentren seiner Kunden angewiesen war. Ein Jahr später kam noch eine Anlage von IBM hinzu. 1981 brachte SAP das Software-System R/2 für Großrechner auf den Markt, das allerdings nur auf IBM- und Siemens-Rechnern lief.

1988 wurde die GmbH in eine börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt (SAP Aktiengesellschaft Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung; ab 2005 SAP AG). Gleichzeitig konnte das Unternehmen seinen eintausendsten Kunden akquirieren (Dow Chemical).

1991 stellte SAP das System R/3 für Client-Server vor, das vor allem für mittelständische Unternehmen und als Ergänzung zu R/2 gedacht war. R/3-Versionen für die Hardwareplattform von Sun Microsystems und Windows NT folgten 1993/1994. Zu dieser Zeit hatte SAP bereits zahlreiche namhafte Kunden wie Burger King, Coca-Cola, Daimler-Benz, Deutsche Post, Deutsche Telekom, IBM oder General Motors. 1998 ging SAP auch an die New Yorker Börse. Ab 2004 wurde das System R/3 unter dem Produktnamen SAP ERP Central Component (SAP ECC) vermarktet. 2015 brachte SAP die vierte Generation seiner Anwendungssuite unter dem Namen SAP S/4HANA auf den Markt. Daneben gibt es weitere Systeme für unterschiedliche Bereiche: SAP Business All-In-One für größere Mittelständler oder Konzern-Tochtergesellschaften, SAP Business One für kleine und mittlere Unternehmen, SAP Business ByDesign (On-Demand-Unternehmenssoftware), SAP Cloud Platform und SAP Customer Checkout (Point of Sales Solution für die Bereiche Sport und Entertainment, Einzelhandel und Restaurant).

SAP ist heute neben Oracle der weltweit führende Hersteller von Software zur Abwicklung der gesamten Geschäftsprozesse eines Unternehmens. Außerdem ist SAP der größte europäische Softwarehersteller. SAP betreibt Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen (SAP Labs) in Brasilien (São Leopoldo), Bulgarien (Sofia), China (Chengdu, Nanjing, Peking, Shanghai, Xi’an), Deutschland (München, Walldorf), Frankreich (Caen Paris, Sophia Antipolis), Indien (Bengaluru, Gurugram, Hyderabad, Mumbai, Pune), Kanada (Vancouver, Waterloo), Polen (Gliwice), Südkorea (Seoul), Tschechien (Brno), den USA (Palo Alto/California, LaCrosse/Wisconin, Newport Beach/California, Plano/Texas, San Francisco,/California) und Vietnam (Ho-Chi-Minh-Stadt).

Text: Toralf Czartowski

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