Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Sansui

Ursprungsland: Japan

Khosaku Kikuchi arbeitete zunächst als Verkäufer bei einer Firma, die Elektroteile herstellte. Da er mit der Qualität nicht zufrieden war, gründete er 1944 in Tokyo die Firma Sansui Denki (Sansui Electric), aus der 1947 die Sansui Electric Company Limited (Sansui Denki Kabushiki-gaisha) hervorging. Das Wort Sansui bedeutet auf Japanisch »Berg und Wasser«, womit in der chinesisch-japanischen Philosophie die bipolare Natur der Landschaft gemeint ist (Ying, Yang). Der Begriff Sansui bezeichnet auch chinesische und japanische Meditations-, Tempel- oder Zen-Gärten (Kare Sansui) sowie die chinesisch-japanische Landschaftsmalerei (Shan-shui hua, Sansuiga). Zunächst stellte die Firma Transformatoren, Spulen und Spannungsstabilisatoren her.

In den 1950er Jahren wurde die Produktpalette um Vorverstärker (1954), Röhren-Receiver (1956), Röhren-Verstärker (1958), Stereo-Verstärker (1958) und Stereo-Receiver (1959) erweitert. In dieser Zeit gingen auch die ersten Sansui-Produkte in den Export, vor allem in die USA, wo 1966 die Tochtergesellschaft Sansui Electronics (New York) gegründet wurde.

In den 1960er Jahren kamen Stereo-Tuner (1964), Transistor-Receiver (1965), Lautsprecher (1966) und Transistor-Verstärker (1967) hinzu. 1961 wurde Sansui Electric an der Börse Tokyo notiert. 1970 entstand die erste Sansui-Niederlassung in Europa (Belgien).

1978 verkaufte Sansui seine Transformatoren-Abteilung an den OEM-Hersteller Hashimoto Electric, der Sansui fortan mit Transformatoren belieferte. In den 1980er und 1990er Jahren produzierte Sansui auch Fernseh- und Videogeräte sowie komplette HiFi-Anlagen – teilweise stammten diese Produkte jedoch von Fremdfirmen.

1992 wurde Sansui von der kanadischen Holdinggesellschaft Semi-Tech übernommen, die dem chinesischen Unternehmer James Henry Ting gehörte. Nach der asiatischen Finanzkrise von 1997 geriet Semi-Tech (Akai, Pfaff, Sansui, Singer) jedoch in Schwierigkeiten und musste 1999 Konkurs anmelden. Kurz darauf erwarb The Grande Group (Singapore), eine Tochtergesellschaft der Grande Holdings (Hongkong; registriert in Bermuda), die Ting, Christopher Ho Wing-On und dem chinesischen Casinobetreiber Stanley Ho gehörte, die Marken Akai und Sansui. Die Grande Group hatte 1997 bereits die japanische Firma Nakamichi übernommen. Grande Holdings ging 2011 insolvent und wurde 2017 von dem chinesischen Bauunternehmer Tan Bingzhao gekauft, der die Gesellschaft 2018 in Nimble Holdings umbenannte.

Die Nimble-Tochter Sansui Acoustics Research, der die Sansui-Markenrechte gehören, hat die Nutzungsrechte in mehreren Ländern an verschiedene Unternehmen vergeben (Bangladesch, China, Indien, Japan, Sri Lanka, Südafrika, Thailand, USA). Unter der Marke Sansui werden momentan Fernsehgeräte, Klimageräte, Kühlschränke, Lautsprecher, Mikrofone, Monitore, PA-Systeme, Verstärker und Waschmaschinen vermarktet.

Text: Toralf Czartowski