Markenlexikon

Safran

Frankreich

SAGEM: Die Société d'Applications Générales de l'Electricité et de la Mécanique (SAGEM) wurde 1925 von dem Ingenieur Marcel Môme (1899 – 1962) als kleine Elektrowerkstatt in Paris gegründet. Die Firma, die ab 1936 an der Parsier Börse notiert war, stellte neben allerlei Elektroartikeln bald auch Kabel, Fotokameras und Projektoren (ab 1930), Naviagtionssyteme für die französische Marine (ab 1935), Telefon-Equipment (1939 Übernahme der Société d'Applications Téléphoniques/SAT), Fernschreibgeräte (ab 1942) und Steuerungssysteme für Flugzeuge und militärische Raketen (ab 1960) hier. Die Sagem-Steuerungs- und Navigationssysteme kamen u.a. bei der französischen Trägerrakete Diamant A zum Einsatz, mit der 1965 Frankreichs erster Satellit Astérix in den Orbit gebracht wurde, außerdem beim Überschallverkehsflugzeug Concorde, beim Airbus A300, dem trägergestützten Jagdbomber Dassault Super Étendard und dem Kampfhubschrauber Eurocopter Tigre.

SNECMA: 2005 übernahm Sagem den staatlichen Triebwerkshersteller Snecma (Société Nationale d'Etude et de Construction de Moteurs d'Aviation), der u.a. die Triebwerke für die Kampfflugzeuge von Dassault (Alpha-Jet, Mirage, Rafale), die Concorde (gemeinsam mit Rolls-Royce), den Militärtransporter Airbus A400M und die Antriebe für die europäische Trägerrakete Ariane entwickelt hatte. Snecma war 1945 aus den Unternehmen Société des Moteurs Gnome à Gennevilliers (gegründet 1905) und Société des Moteurs Le Rhône (gegründet 1912) hervorgegangen, die sich 1915 zur Société des Moteurs Gnome et Rhône zusammengeschlossen hatten. Zu Snecma gehörten auch die Unternehmen Turboméca (Hubschrauberantriebe; gegründet 1938; war 2001 von Snecma übernommen worden), Microturbo (Starting Systems, Raketenantriebe, Dronen), Labinal (elektronische Flugsteuerungssysteme), Hispano-Suiza (Kontrollsysteme), Messier-Bugatti (Flugzeugbremssysteme), Techspace Aero (Produktion von Triebwerksteilen) und CFM International (1974 gegründetes Jointventure mit General Electric zur Vermarktung des Triebwerks CFM56).

SAFRAN: Nach dem Zusammenschluss von Sagem und Snecma (2005) bekam die neue Muttergesellschaft den Namen Safran S.A. (Paris). »Safran« bezeichnet im Französischen einerseits das »Ruderblatt« von Bootsrudern, anderseits aber auch das Gewürz. Der Name, der Begriffe wie »Richtung«, »Bewegung«, »Strategie« und »Ziel« versinnbildlichen soll, wurde aus über 4000 Vorschlägen ausgewählt, wobei viele Vorschläge von den Mitarbeitern beider Unternehmen kamen. Auch die Tochtergesellschaften wurden inzwischen umbenannt: Snecma in Safran Aircraft Engines (Courcouronnes), Turboméca in Safran Helicopter Engines (Bordes), Aircelle in Safran Nacelles, Hispano-Suiza (Luftfahrtausrüstung) in Safran Transmission Systems (Energieumwandlung, Energieleitsysteme) und Messier-Bugatti-Dowty in Safran Landing Systems (Bremssysteme, Fahrwerke). Weitere Tochtergesellschaften sind Safran Aero Boosters (Antriebskomponenten), Safran Electrical & Power (Bordstromsysteme, Verkabelungssysteme), Safran Nacelles (Triebwerksgondeln), Safran Electronics & Defense (Verteidigung) und Zodiac Aerospace (seit 2018; Luftfahrtausstattungen und -systeme). Die Sparte Sagem Communication (Bürotechnik, Mobilfunk, Modems, Netzwerke, Übertragungskabel) wurde 2008 unter dem neuen Namen Sagemcom verselbstständigt und an den Finanzinvestor Sofinnova verkauft.

Safran produziert verschiedene Strahltriebwerke und Hubschrauberantriebe, die bei zahlreichen Flugzeug- und Hubschraubermodellen von Agusta-Westland, Airbus, Airbus Helicopters/Eurocopter, Bell Helicopter, Boeing, Cessna, Dassault, Kamov, Sikorsky und Sukhoi zum Einsatz kommen. Außerdem diverse Ausrüstungen für den Flugzeugbau.

ARIANE GROUP: 2015 gründeten Airbus und Safran das Gemeinschaftsunternehmen Airbus Safran Launchers (ab 2017 ArianeGroup) zur Entwicklung und Herstellung der zivilen Trägerrakte Ariane 6. Die ArianeGroup ist mit 74 Prozent auch größter Anteilseigner der Arianespace S.A., die für den Start der Ariane-Raketen zuständig ist.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 13.04.2020 | 00:39