Markenlexikon

Sachs

Deutschland

Der Fabrikant Karl Fichtel (1863 – 1911) und der Feinmechaniker Ernst Wilhelm Sachs (1867 – 1932) begannen 1895 in Schweinfurth mit der Produktion von Kugellagern und Fahrradnaben. Ein Jahr zuvor hatte Sachs das Patent für ein Fahrradkugellager mit verschiebbarer Kugellauffläche erhalten. 1929 kamen Motoren für Kleinkrafträder, Stoßdämpfer, Kupplungen und Getriebe dazu.

Durch die Übernahme der Nürnberger Hercules Werke kam Fichtel & Sachs 1963 auch in den Besitz eines Motorrad- und Fahrradherstellers. Die Firma war 1886 von Carl Marschütz (1863 – 1957) gegründet worden. Neben Fahrrädern produzierte Hercules ab 1904 auch Motorräder. 1966 erwarb Hercules von Volkswagen die Zweirad-Union, die 1958 aus dem Zusammenschluss der Motorradhersteller DKW, Victoria und Express entstanden war. Hercules verwendete die traditionsreiche Marke DKW noch noch bis Ende der 1970er Jahre auf einigen ausländischen Märkten; so wurde z.B. die Hercules W2000 mit Wankelmotor (1974 – 1979) auch als DKW W 2000 vermarktet.

Zwischen 1987 und 1991 verkauften die Erben das Unternehmen an die Mannesmann AG, die es 1993 mit ihrer Tochtergesellschaft Boge, ebenfalls ein Stoßdämpferhersteller, zusammenschlossen und 1997 in Mannesmann-Sachs AG umbenannten. Bereits 1995 war die Hercules-Fahrradproduktion an die niederländische ATAG-Gruppe verkauft worden – gleichzeitig bekam die Nürnberger Hercules Werke GmbH den neuen Namen Sachs Fahrzeug- und Motorentechnik GmbH. 1996 stellte man auch die Motorenproduktion ein und 1998 wurde die Sachs Fahrzeug- und Motorentechnik GmbH an die niederländische Koch-Kleeberg-Gruppe (Winning Wheels) verkauft.

Nachdem die Mannesmann AG 2000 vom britischen Mobilfunkkonzern Vodafone übernommen worden war, wurden alle Bereiche und Tochtergesellschaften, die nicht zur Telekommunkation gehörten, zunächst in die Atecs-Mannesmann AG ausgegliedert und dann unter Bosch (Rexroth), Salzgitter (Mannesmannröhren-Werke), Siemens (Demag, Dematic, Krauss-Maffei-Wegmann, VDO) und ZF (Sachs) aufgeteilt. 2001 benannte sich die Mannesmann-Sachs AG in ZF-Sachs AG um.

ZF-Sachs (Schweinfurt) stellt heute vor allem Kupplungen und Stoßdämpfer her, die Sachs Fahrzeug- und Motorentechnik GmbH (Nürnberg), die 2001 vom Manangement übernommen wurde, Mofas, Mopeds, Roller, Motorräder, Quads sowie Fahrräder und Roller mit Elektroantrieb.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 16.06.2019 | 01:49