Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Rotax

Ursprungsland: Deutschland
Ursprungsland: Österreich

Der Mechaniker und passionierte Fahrradfahrer Friedrich Theodor Gottschalk (1858 – 1932) begann 1884 in seiner Heimatstadt Dresden mit der Herstellung von Messwerkzeugen. Bald darauf spezialisierte sich die kleine Werkstatt auf Fahrradzubehör wie Radnaben – ab 1906 unter dem Markennamen Rotax (lat. Rotanda Axis = rotierende Achse). 1930 wurde Rotax von der Firma Fichtel & Sachs aus Schweinfurt übernommen, die ähnliche Produkte herstellte. Daraufhin war Rotax nur noch eine Vertriebsgesellschaft ohne eigene Produktion.

Aufgrund der verstärkten Luftangriffe der Alliierten auf das Zentrum der deutschen Wälzlagerindustrie, verlagerte Fichtel & Sachs seine Motorenproduktion 1943 von Schweinfurt in eine Landmaschinenfabrik nach Wels (Österreich). Dieses Werk firmierte zur Tarnung unter dem Namen Rotax. Von 1945 bis 1955 stand das Rotax-Werk, das 1947 in das nahegelegene Gunskirchen verlegt wurde, unter Kontrolle der US-Militärverwaltung, danach gehörte es einige Jahre dem österreichischen Staat. 1959 wurde Rotax durch die Lohnerwerke (Motorroller, Straßenbahnen) übernommen.

In der Nachkriegszeit stieg Rotax zu einem weltweit führenden Hersteller von Verbrennungsmotoren für Geländefahrzeuge (All-Terrain-Vehicles, Quads), Karts, Leichtflugzeuge, Motorräder, Motorsegler, Schneemobile, Sportboote und Tragschrauber auf. Zu den Kunden gehörten namhafte Unternehmen wie Aprilia, Bombardier, BMW, BSA, Buell, Harley-Davidson, KTM, Matchless, MV Agusta und MZ.

1970 verkaufte die Lohner-Familie ihr Unternehmen an den kanadischen Bombardier-Konzern, der in seinen Produkten (All-Terrain-Vehicles, Jetskis, Motorräder, Schneemobile, Trikes) ebenfalls Rotax-Motoren einsetzte. Die Sparte Bombardier Recreational Products (BRP) wurde 2003 vom Bombardier-Konzern, der inzwischen hauptsächlich zivile Verkehrsflugzeuge und Schienenfahrzeuge herstellte, abgetrennt und an Mitglieder der Bombardier-Familie sowie einen Finanzinvestor verkauft.

Text: Toralf Czartowski