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Rolling Stone

USA

Der Terminus »Rolling Stone« ist in den USA ein Synonym für Abenteurer und Außenseiter. 1950 veröffentlichte der Bluessänger Muddy Waters den Song »Rollin' Stone« und 1962 benannte sich eine damals noch vollkommen unbekannte britische Band nach diesem Titel. Und weil der Name so gut zur Rockmusik passte, nannten Jann Simon Wenner (* 1946) und Ralph Gleason (1917 – 1975) ihr 1967 in San Francisco gegründetes Musikmagazin ebenfalls Rolling Stone. Der damals 21-jährige Wenner hatte sich zuvor eher erfolglos als Gitarrist und freier Journalist für Rundfunksender versucht; Gleason war bereits fünfzig und ein landesweit bekannter Musikkritiker. Die erste Ausgabe erschien am 18. November 1967 in Auflage von 40.000 Exemplaren. Da es mit Ausnahme der Fachzeitschrift Billboard keine nennenswerte Konkurrenz gab und sich die Redakteure ausgiebig mit den Musikern und ihren Platten beschäftigten, wurde das Blatt bald zur Pflichtlektüre der amerikanischen Rockszene. Bereits im November 1968 sorgte ein Artikel des Magazins dafür, dass der damals noch vollkommen unbekannte texanische Provinzmusiker Johnnie Winter einen hochdotierten Plattenvertrag bei CBS Records bekam. 1977, als die Redaktion in die Fifth Avenue nach New York umzog, war die Auflage der vierzehntägig erscheinenden Zeitschrift bereits auf über 200.000 angestiegen und 1989 erreichte sie eine Million Exemplare. Seit November 1994 gibt es auch eine deutschsprachige Lizenzausgabe. Im März 2004 wurde Jann Wenner gemeinsam mit George Harrison, Prince, Jackson Browne, Bob Seger und ZZ Top in die »Rock and Roll Hall of Fame« in Cleveland/Ohio aufgenommen.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 07.04.2020 | 21:08