Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Rio Tinto

Ursprungsland: Großbritannien
Ursprungsland: Australien

Der Fluss Rio Tinto (span. Roter Fluss), der im Norden der andalusischen Provinz Huelva entspringt und in der Nähe der Provinzhauptstadt Huelva in den Atlantischen Ozean mündet, bekam seinen Namen von dem rötlich gefärbten Wasser, das auf die hohe Konzentration von Eisen und Kupfer zurückzuführen ist. Bereits in der Bronzezeit wurde hier Kupfer aus dem Fluss gewonnen. 1873 erwarb ein Konsortium bestehend aus der Deutschen Bank, dem Londoner Handelshaus Matheson and Company und der britischen Eisenbahngesellschaft Clark, Punchard and Company die Minen um den Ort Minas de Riotinto und rief die Rio Tinto Company ins Leben. In den späten 1880er Jahren hatten sich die Londoner und Pariser Banken der Rothschild-Familie die Mehrheit an der Rio Tinto Company gesichert.

Rio Tinto war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der größte Kupferproduzent der Welt und die 1907 eröffnete Mine Corta Atalaya, direkt am Ortsrand von Minas de Riotinto gelegen, eine Zeit lang der größte Tagebau der Welt. 1929 erwarb Rio Tinto mehrere Kupferminen in Nordrhodesien (ab 1964 Sambia), die in dem Unternehmen Rhokana zusammengefasst wurden. Die Minen am Rio Tinto entwickelten sich infolge des Spanischen Bürgerkriegs (1936 – 1939), des Zweiten Weltkriegs (1939 – 1945) und der Politik Francos im Spanien der Nachkriegszeit für das Unternehmen mehr und mehr zum Problem. Die Rio-Tinto-Minen wurden schließlich ab 1954 an den Staat verkauft. Seit 2001 sind alle Rio-Tinto-Gruben geschlossen.

1962 schloss sich die Rio Tinto Company mit der australischen Bergbaugesellschaft Consolidated Zinc zusammen, die 1905 in Melbourne gegründet worden war und in der Gegend von Broken Hill (New South Wales) Blei, Gold, Silber und Zink förderte. Der internationale Teil des Unternehmens firmierte fortan als Rio Tinto Zinc (RTZ), der australische, der auch für den asiatischen und pazifischen Raum zuständig war, als Conzinc Riotinto of Australia (CRA). Erst 1995 schlossen sich RTZ und CRA zu einem Unternehmen mit dem Namen Rio Tinto zusammen.

1989 erwarb Rio Tinto von BP (British Petroleum) den US-Kupferkonzern Kennecott mit seinen Minen im Bundesstaat Utah (Bingham Canyon Mine, Harkers Canyon). Eine weitere bedeutende Akquisition war 2007 der kanadische Aluminiumkonzern Alcan (Aluminum Company of Canada) aus Montréal, eine frühere Tochtergesellschaft der Aluminum Company of America (Alcoa).

Rio Tinto fördert und verarbeitet Bauxit (Aluminium), Blei, Diamanten, Eisen, Gips, Gold, Kalisalz, Kohle, Kupfer, Molybdän, Nickel, Salz, Silber, Titan, Uran und Zink. Die wichtigsten Förderländer sind Australien (Diamanten, Eisen, Kohle, Kupfer, Salz, Uran), Brasilien (Eisen), Chile (Kupfer), Guinea (Eisen), Indonesien (Kupfer), Kanada (Bauxit, Diamanten, Eisen, Titan, Uran), Madagaskar (Titan), Namibia (Uran), Papua-Neuguinea (Kupfer), Simbabwe (Diamanten), Südafrika (Kupfer, Titan) und die USA (Kohle, Kupfer).

Text: Toralf Czartowski