Markenlexikon

Branche: Einzelhandel

REWE

Deutschland

Im Jahr 1927 schlossen sich 17 Einkaufsgenossenschaften zur »Vereinigung der Lebensmittel-Großhandels-Genossenschaften von Rheinland und Westfalen eGmbH« mit Sitz in Köln zusammen. Der Name REWE ist ein Akronym aus »Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften«. Ab Mitte der 1930er Jahre verlagert sich die Geschäftstätigkeit vom rheinischen Wirtschaftsraum in Richtung Mitteldeutschland. In den nächsten drei Jahrzehnten erwarb Rewe eine ganze Reihe von Konkurrenten, u.a. 1973 Für Sie Discount, 1974/1989 die Leibbrand-Gruppe (HL-Markt, Minimal, Toom Baumärkte, Toom-Markt, Idea Drogerie-Märkte), 1979 Selgros (Großhandelsmärkte), 1983/2005 Kaiser+Kellermann (Globus-SB, Handelshof C+C), 1984/1989 Cornelius Stüssgen (Supermärkte), 1988 Frick (Teppichmärkte) und Deutscher Supermarkt Handels GmbH (Desuma, Heinrich Hill, Otto Mess), 1990 die Coop-Filialen in Süddeutschland, 1993 Budgens aus Großbritannien, 1996 BML/Billa-Merkur-Litega aus Österreich (Bipa, Billa, Emma, Eurobilla, Merkur, Mondo), 1998 die Götzen- und Stinnes Baumärkte, 1999 die Meinl-Märkte Österreich und 2001 Standa (Italien). 1972 wurde die REWE Zentralimport eGmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt (REWE Zentral AG); Aktionäre waren die Rewe-Großhandlungen. Gleichzeitig entstand die REWE-Zentralfinanz eG (Kreditgenossenschaft). 1990 brachten auch die bis dahin selbstständigen regionalen Großhandlungen ihre Unternehmen in die Rewe Zentral AG ein (außer Rewe Dortmund Großhandel).

Als Antwort auf die Aldi-Discountläden eröffnete Rewe 1973 in Limburg an der Lahn den ersten Penny-Markt. 1989 schlossen Rewe (Selgros) und der Otto-Versand (Fegro) ihre sechs Selgros-Großhandelsmärkte und zehn Fegro-Märkte zusammen (Fegro/Selgros); das Jointventure befindet sich zu je 50 Prozent im Besitz der beiden Gründungsunternehmen. Ende 2006 wurden alle Vollsortiment-Supermärkte in Deutschland (HL, Kontra, Marktfrisch, Minimal, Otto Mess, REWE – Der Supermarkt, R-Kauf, Petz, Rewe-Center, Stüssgen) auf die Dachmarken REWE und REWE XL umgestellt. Lediglich die Toom-SB-Märkte behielten ihren Namen. Die 2007 erworbenen 133 Bau- und Gartenmärkte der inzwischen zur Edeka-Gruppe gehörenden Marktkauf-Kette wurden in die Toom-Baumärkt-Kette integriert. Die Idea-Drogeriemärkte verkaufte REWE 2005 an dm-drogerie markt und Schlecker.

Daneben engagiert sich der Konzern auch in der Touristikbranche (1988/1994 Atlas Reisebüro, 1995 ITS International Tourist Services, 2000 DER Deutsches Reisebüro, LTU Fluglinie, LTU Touristik, 2015 Kuoni Travel/Schweiz). Zur Rewe Touristik gehören inzwischen die Marken ADAC Reisen, Atlas Reisen, Avigo, Calimera Aktivhotels, DER Business Travel, DER Reisebüros, Derpart, Dertour, ITS Reisen, ITS-Billa Reisen, Jahn Reisen, Kuoni, LTI Hotels, LTU Plus, Meier's Weltreisen, PrimaSol Hotels und Tjaereborg. Die Anteile an der LTU International Airways wurden 2006 verkauft. 2008 erwarb REWE von der Metro AG 246 Extra-Verbrauchermärkte, die daraufhin auf das REWE-Erscheinungsbild umgestellt wurden.

Die REWE Group ist heute der zweitgrößte Lebensmittelhändler Deutschlands und der drittgrößte in Europa (Bulgarien, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, Slowakei, Ukraine, Ungarn, Tschechien). Zu den wesentlichen Rewe-Marken zählen Bipa (Drogerien), Billa, Fegro/Selgros (C&C), Merkur, Penny Markt/Penny Market (Discount), Nahkauf, ProMarkt (Unterhaltungselektronik), REWE, Standa Supermercati, Toom BauMarkt und Toom-Markt. Die REWE Zentral AG gehört mehrere Genossenschaften, in denen rund 3000 selbstständige Kaufleute zusammengeschlossen sind.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 16.06.2019 | 01:49