Markenlexikon
Der Nagellackverkäufer Charles Haskell Revson (1906 – 1975) gründete 1932 gemeinsam mit seinem Bruder Joseph (1905 – 1971) und dem Chemiker Charles Lachman in New York eine Firma, die zunächst Revlac heißen sollte. Weil das aber nicht besonders gut klang, bastelte man aus Revson und Lachman den Namen Revlon.
Kurz darauf entwickelten sie einen neuartigen, auf Pigmenten basierenden Nagellack, der nicht nur perfekt deckte und keine Streifen zog, sondern auch erstmals in vielen verschiedenen Farbnuancen erhältlich war. Anfangs stellte Revlon ausschließlich Nagellack her, später auch Lippenstifte (ab 1940), Parfums (ab 1973) sowie Haut- und Haarpflegeprodukte (1956 Clean & Clear, 1971 Flex Shampoo/Spülung). Zeitweise gehörten Revlon mehrere Unternehmen, die Produkte wie Bekleidung (Evan Picone), elektrische Rasierapparate (Schick), Schuhcreme (Knomark/Esquire Shoe Polish), Toilettenreiniger (Ty-D-Bol) und Vitaminpillen (U.S. Vitamin and Pharmaceutical) herstellten.
1956 ging das Unternehmen an die New Yorker Börse. Ende der 1950er Jahre errichtete Revlon die ersten Auslandsniederlassungen. Besonders erfolgreich wurde der Damenduft Charlie (benannt nach dem Gründer Charles Revson), der 1973 auf den Markt kam und Mitte der 1970er Jahre zum meistverkauften Parfum der Welt avancierte. Von diesem blumigen, moschusartigen Duft kamen später noch zahlreiche weitere Varianten auf den Markt.


In den 1980er Jahren erwarb Revlon mehrere namhafte Kosmetikfirmen (1986 Max Factor, Halston; 1987 Almay, Charles of the Ritz, Germaine Monteil; 1989 Ellen Betrix), die später größtenteils wieder verkauft (1991 Ellen Betrix, Halston, Max Factor) oder geschlossen wurden (2002 Charles of the Ritz, 2006 Germaine Monteil). Die geplante Übernahme des Rasiergeräteherstellers Gillette scheiterte 1983.
1985 wurde Revlon Opfer einer feindlichen Übernahme durch die Supermarktkette Pantry Pride, die kurz zuvor durch den Investor Ronald Perelman bzw. seine Investmentfirma MacAndrews & Forbes Holdings übernommen worden war, und nun hauptsächlich zur Übernahme anderer Unternehmen diente. Revlon verschwand dadurch von der Börse. Panty Pride benannte sich 1986 in Revlon Group um, nachdem die Supermärkte zuvor verkauft worden waren. Erst 1996 ging Revlon erneut an die New Yorker Börse (ein geplanter Börsengang war 1992 gescheitert); MacAndrews & Forbes blieb jedoch Mehrheitseigentümer.
2016 erwarb Revlon das US-Kosmetikunternehmen Elizabeth Arden. Von 2022 bis 2023 stand Revlon unter Gläubigerschutz.
Text: Toralf Czartowski • Fotos: Pixabay.com, Public Domain