Markenlexikon

Branche: Bier

Radeberger

Deutschland

Die Brauerei, die sich seit Jahren in der Werbung damit rühmt, die erste gewesen zu sein, die in Deutschland Bier nach Pilsner Brauart braute, wurde 1866 in Radeberg, einem kleinen Städtchen, das wenige Kilometer nordöstlich von Dresden liegt, gegründet. Das war 24 Jahre nachdem der bayerische Braumeister Joseph Groll für die Pilsener Brauerei Mestansky Pivovar (Bürgerbräu) erstmals ein untergäriges helles Lagerbier gebraut hatte, das bald zum Vorbild für alle anderen hellen Biere in Mitteleuropa wurde (seit 1898 wurde dieses Bier unter dem Namen Plzensky Pazdroj bzw. Pilsner Urquell verkauft).

Ab 1872 führte die Radeberger Brauerei den Namen Aktienbrauerei »Zum Bergkeller«, ab 1885 nannte sie sich AG Radeberger Exportbierbrauerei. Um die Jahrhundertwende wurde Radeberger Bier auch außerhalb der sächsischen Landesgrenzen verkauft, u.a. in die USA. 1905 ernannte der sächsischen Kurfürst Friedrich August I. (August der Starke) Radeberger zum Königlich Sächsischen Hoflieferanten.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde die Brauerei, die in der sowjetischen Besatzungszone lag, verstaatlicht. Auch in dieser Zeit exportierte die Brauerei ihr Bier in alle Welt, teilweise in bis zu 30 Länder. 1990, nach dem Fall der Mauer, wurde die Brauerei in eine GmbH umgewandelt und kurz darauf von der Frankfurter Binding Brauerei AG (Binding, Clausthaler, DAB, Schöffenhofer Weizen, Selters, Ur-Krostitzer) übernommen. Die 1870 von Conrad Binding in Frankfurt/Main gegründete Brauerei gehörte seit 1953 zum Nahrungsmittelkonzern Oetker. 2002 bündelte die Oetker-Gruppe ihre Brauereiaktivitäten, zu der Unternehmen wie die Binding Brauerei, die Berliner Kindl Brauerei, die Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) und die Krostitzer Brauerei gehörten, in der Radeberger Gruppe AG (seit 2004 Radeberger Gruppe GmbH). 2004 erwarb Oetker/Radeberger die Brau und Brunnen AG (Jever).

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 18.03.2020 | 00:02