Markenlexikon
Hamburger-, Hot-Dog- und Hähnchenbrater gab es in den 1950er Jahren in den USA an jeder Straßenecke, und so versuchten es die Brüder Frank Carney (1938 – 2020) und Dan Carney (* 1931) zur Abwechslung mal mit der fließbandmäßigen Herstellung von Pizzas in allen Variationen. Da ihr erstes Lokal, das sie im Juni 1958 in ihrer Heimatstadt Wichita/Kansas eröffneten, eher wie eine Hütte aussah, nannten sie es kurzerhand Pizza Hut (engl. Pizza-Hütte). 1959 folgte das erste Pizza-Hut-Restaurant auf Franchise-Basis in Topeka/Kansas. 1968 entstand das erste Restaurant außerhalb der USA (in Kanada). In den 1970er Jahren eröffneten überall auf der Welt neue Pizza-Hut-Restaurants, teilweise in Eigenregie und teilweise auf Franchisebasis.
1977 verkauften die Brüder die Kette mit damals rund viertausend Filialen an den Getränke- und Snackkonzern PepsiCo (Pepsi-Cola, Frito-Lay, Mirinda, Mountain Dew), der später noch weitere Fastfood-Restaurant-Ketten erwarb (1978 Taco Bell, 1986 KFC Kentucky Fried Chicken). Frank Carney blieb noch bis 1980 Präsident von Pizza Hut. In den 1990er Jahren wurde er Franchisenehmer der Pizza-Kette Papa John's Pizza.
1995 fasste PepsiCo seine Fastfood-Ketten Pizza Hut, Taco Bell und KFC unter dem Namen PepsiCo Restaurant International (Louisville/Kentucky) zusammen und brachte dieses ab 1997 als Tricon Global Restaurants firmierende Unternehmen anschließend an die Börse. 2002 wurde Tricon in Yum! Brands umbenannt (nach dem Tricon-Börsenkürzel YUM; YUM steht auch für das engl. Wort yumyum = lecker).
Nachdem die Geschäft ab der Corona-Pandemie immer schlechter gelaufen waren, verkaufte Yum Brands die Pizza-Hut-Kette mit rund neunzehntausend Filialen 2026 an einen US-Finanzinvestor (außerhalb Chinas), das Geschäft in China übernahm die bereits 2016 von Yum Brands abgespaltene ehemalige chinesische Tochter Yum China Holdings, die in China auch die KFC- und Taco-Bell-Restaurants betreibt. Pizza Hut hat seinen Hauptsitz in Plano/Texas, einer Stadt in der Metropolregion Dallas/Fort Worth.
Text: Toralf Czartowski