Markenlexikon

Branche: Tabak

Partagás

Kuba

Partagás ist eine der ältesten Zigarrenmarken Kubas. Bereits 1827 hatte der Spanier Jaime Partagás Ravelo in Havanna mit der Zigarrenproduktion begonnen, 1845 bekamen sie erstmals seinen Namen. Die Partagás-Zigarren werden bis heute in der inzwischen restaurierten Fabrik in der Altstadt von Havanna, nahe dem Capitol, hergestellt. 1861 wurde der Gründer jedoch auf seinen Tabakfeldern ermordet und sein Sohn José verkaufte die Fabrik bald darauf an Jose Bancas. 1900 wurden Ramon Cifuentes Llano und Jose Fernandez neue Eigentümer. Nachdem Fidel Castro 1960 in Kuba an die Macht gekommen war, mussten die Besitzer das Land verlassen und die Fabrik wurde verstaatlicht. 1978 brachte die Cifuentes-Familie mit finanzieller Hilfe der amerikanischen General Cigar Company eine eigene Partagás auf den Markt, die zunächst in Jamaika und seit 1979 in der Dominikanischen Republik hergestellt und hauptsächlich in den USA verkauft wird.

1994 gründete das staatliche kubanische Tabakunternehmen Cubatabaco (Empresa Cubana del Tabaco) das Tochterunternehmen Corporación Habanos S.A., das den internationalen Vertrieb und die Vermarktung der kubanischen Zigarrenmarken wie Bolívar, Cohiba, El Rey del Mundo, Hoyo de Monterrey, H. Upmann, Montecristo, Partagás, Punch, Quintero oder Romeo y Julieta übernahm. 1999 beteiligte sich der spanisch-französische Tabakkonzern Altadis, der im selben Jahr aus dem Zusammenschluss der Tabakhersteller Tabacalera (Ducados, Fortuna, Nobel) und Seita (Gauloises/Gitanes) entstanden war, mit 50 Prozent an der Corporación Habanos. Die Altadis-Vorgängerunternehmen hatten die kubanischen Zigarren bereits vorher in Frankreich und Spanien vermarktet. Zu gleichen Zeit erwarb Altadis die Consolidated Cigar Company (Antonio y Cleopatra, La Corona, Muriel, Primo Del Rey, Roi Tan), die mehrere kubanische Zigarrenmarke in ihrer La-Romana-Fabrik in der Dominikanischen Republik herstellte, u.a. die Montecristo. Mit der finanziellen Hilfe von Altadis wurden die kubanischen Zigarren weltweit (außer in den USA) als Luxusprodukt positioniert, was dazu führte, dass man unbekanntere Marken wie Gispert oder Troya einstellte und sich dafür auf Premiummarken wie Cohiba, Montecristo oder Partagás konzentrierte.

2008 wurde Altadis vom britischen Tabakkonzern Imperial Tobacco (seit 2016 Imperial Brands) (Astor, Davidoff, Drum, Ernte 23, John Player Special (JPS), Kool, Lambert & Butler, Peter Stuyvesant, R1, Van Nelle, West, Winston) übernommen, dem nun auch die Habanos-Beteiligung gehört.

Text: Toralf Czartowski

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Letzte Änderung der Seite: 16.06.2019 | 01:49