Markenlexikon

Norton

Ursprungsland: USA

PETER NORTON COMPUTING: Der Software-Entwickler Peter Norton (* 1943) arbeitete jahrelang in der Luft- und Raumfahrtindustrie an Großrechenanlagen (Boeing, Jet Propulsion Laboratory). Anfang der 1980er Jahre wurde er jedoch im Rahmen eines größeren Stellenabbaus entlassen. 1981 kaufte er sich einen der ersten IBM-PCs und begann mit der Programmierung dieser damals noch neuen Microcomputer. 1982 gründete er eine kleine Firma, die Peter Norton Computing Inc., die in der Folgezeit zahlreiche Hilfsprogramme für das Betriebssystem MS-DOS entwickelte und veröffentlichte: Norton Utilities (1982), Norton Editor (1985), Norton Guides (1985), Norton Commander (1986), Norton Backup (1990) und Norton Utilities for Macintosh (1990). Diese Tools zeichneten sich vor allem dadurch aus, dass sie die Arbeit mit dem kommandozeilen-orientierte Betriebssystem MS-DOS enorm vereinfachten. Programme wie den Norton Commander (Dateiverwaltung) gibt es noch heute (Total Commander, Free Commander) und sie sind mit ihren vielfältigen Funktionen dem Windows Explorer nach wie vor überlegen.

Norton vermarktete die Programme zunächst vor allem bei Treffen von Benutzergruppen und in Computerläden. Das Unternehmen hatte anfangs nur wenige Mitarbeiter, u.a. Brad Kingsbury, John Socha (Entwickler des Norton Commanders), Stanley Reifel (Entwickler des Norton Editors) und Warren Woodford (Entwickler von Norton Guides). 1984 erreichte Norton Computing einen Umsatz von einer Million US-Dollar, 1986 waren es bereits fünf Millionen. Daneben schrieb Peter Norton zahlreiche Artikel für Computerzeitschriften wie PC Magazine und PC Week Magazine sowie diverste Computerbücher, die teilweise als Standardwerke gelten (u.a. 1983 »Inside the IBM PC: Access to Advanced Features & Programming Techniques«, 1985 »The Peter Norton Programmer's Guide to the IBM PC«, 1986 »Peter Norton's Assembly Language Book for the IBM-PC«).

SYMANTEC: 1990 verkaufte Norton sein Unternehmen für 70 Millionen US-Dollar an die Softwarefirma Symantec aus Palo Alto/California, wobei er für 60 Millionen US-Dollar Aktien von Symantec erhielt. Anschließend beschäftige er sich vor allem als Philantrop und Kunstsammler. Symantec entwickelte die bestehenden Norton-Tools weiter (Norton Backup, Norton Commander, Norton Desktop, Norton Disk Doctor, Norton SystemWorks, Norton Uninstall, Norton Uninstaller, Norton Utilities), konzentrierte sich aber darüber hinaus vor allem auf Sicherheitssoftware (Norton AntiTrack, Norton AntiVirus, Norton CleanSweep, Norton Family, Norton Internet Security, Norton Mobile Security, Norton One, Norton Secure VPN, Norton Security, Norton 360). Die Produkte für Unternehmen wurden später nur noch unter der Marke Symantec vermarktet, die für Privatanwender als Norton by Symantec. 1994 erwarb Symantec den größten Norton-Konkurrenten Central Point Software Inc. (Central Point Anti-Virus, PC Tools, Mac Tools, Xtree). Inzwischen gehören auch die beiden AntiViren-Spezialisten Avira (seit 2020) und Avast (seit 2021) zum Symantec-Nachfolgeunternehmen NortonLifeLock Inc.

NORTON LIFELOCK: 2019 verkaufte Symantec seine Enterprise Software Division inkl. des Markennamens Symantec an die Broadcom Inc. aus San José/California. Broadcom ist aus der früheren Halbleitersparte von Hewlett-Packard hervorgegangen. Das Privatkundengeschäft mit den Marken Norton und LifeLock wurde daraufhin in NortonLifeLock Inc. umbenannt. Das neue Unternehmen verlegte seinen Hauptsitz von Mountain View/California nach Tempe/Arizona. Dort hat auch die 2017 von Symantec übernommene LifeLock Inc. (Software zum Schutz vor Identitätsdiebstahl) ihren Sitz.

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Übernommene Unternehmen, Tochtergesellschaften, Beteiligungen (Auswahl)

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Aktuelle / ehemalige Mutterkonzerne

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