Markenlexikon

New Holland

USA

Abraham Martin Zimmermann eröffnete 1895 in New Holland/Pennsylvania eine Reparaturwerkstatt, die sich bald zu einem führenden Hersteller von Landmaschinen entwickelte. Die Firma stellte zunächst Futtermühlen, Stationärmotoren und Steinbrecher her. Später kamen mobile Ballenpressen, Futtererntemaschinen, Mähdrescher und Traktoren dazu.

1947 wurde die New Holland Machine Company von dem Elektronikkonzern Sperry Corporation übernommen, der eigentlich Navigationssysteme für Flugzeuge und Schiffe herstellte und sich 1955 mit dem Computerhersteller Remington-Rand (Univac) zur Sperry-Rand Corporation zusammenschloss. Mit dem Verkauf der Büromaschinen- und Konsumgüterproduktion (Remington Products) wurde 1979 der Name Rand aus der Firmenbezeichnung gestrichen; das Unternehmen hieß nun wieder Sperry Corporation. Sperry-Univac, der Computerbereich der Sperry Corporation, schloss sich 1986 mit der Burroughs Corporation zur Unisys Corporation zusammen. Gleichzeitig verkaufte Unisys die Aerospace-Division (Sperry Aerospace) an den Elektronikkonzern Honeywell, der die Marke Sperry nicht mehr verwendete, die Marine-Division (Sperry Marine Systems) an Tenneco/Newport News Shipbuilding und New Holland an die Ford Motor Company (Ford-New Holland), die damals zu den weltgrößten Traktorenherstellern gehörte.

Doch bereits 1991 verkaufte Ford sein gesamtes Traktoren- und Landmaschinengeschäft, dessen Geschichte bis ins Jahr 1917 zurückreichte (Gründung der Henry Ford and Son Corporation – kurz Fordson), an den Fiat-Konzern (Fiatagri), der das Unternehmen zunächst in N.H. Geotech und 1993 wieder in New Holland umbenannte.

New Holland
New Holland

Die Anfänge der Fiat-Land- und Baumaschinensparte reichen bis ins Jahr 1919 zurück, als das Unternehmen mit der Produktion von Traktoren begann und damit die Motorisierung der italienischen Landwirtschaft einleitete. 1932 folgten Raupenschlepper, 1945 Planierraupen und 1958 Radlader. 1932 wurde die Traktoren-Produktion von Turin nach Modena verlegt. 1974 gründeten Fiat (88 Prozent) und der US-Baumaschinenhersteller Allis-Chalmers das Jointventure Fiat-Allis (ab 1985 Fiatallis), das Teile des Allis-Chalmers-Programms auch nach Europa brachte. Gleichzeitig wurde die Landtechniksparte ausgegliedert (Fiat Trattori; ab 1984 Fiatagri). Durch die Übernahme der Firmen Laverda (1975 – 1981), Hesston/USA (1977) und Braud/Frankreich (1984) konnte Fiat Trattori auch Mähdrescher anbieten. 1977 erwarb Fiat Trattori die Toselli-Sparte Agrifull, einen Hersteller von Kleintraktoren. 1986 entstand ein weiteres Jointventure: Fiatallis (inzwischen in alleinigem Besitz von Fiat) und Hitachi Constructions Machinery (Japan) gründeten das Unternehmen Fiat-Hitachi Excavators, das im Fiat-Werk San Mauro bei Turin Hitachi-Raupenbagger fertigte. 1988 schloss Fiat die beiden Tochtergesellschaften Fiatagri und Fiatallis zu einem Unternehmen zusammen (FiatGeotech). Nach der Auflösung des Jointventures Fiat-Hitachi Excavators 2002 gründeten CNH und Kobelco Construction Machinery (Japan), eine Tochter von Kobe Steel, für die Produktion von Raupenbaggern ein neues Gemeinschaftsunternehmen (Fiat Kobelco Construction Machinery S.p.A.). Fiat-Kobelco umfasste das frühere Vertriebsnetzwerk von Fiat-Hitachi und das Europageschäft von Kobelco.

1998 erwarb New Holland die deutsche Orenstein & Koppel AG, die u.a. Hydraulikbagger, Radlader und Grader herstellte (der Geschäftsbereich Großbagger wurde vom Terex-Konzern übernommen).

1999 kam es zum Zusammenschluss mit dem US-Traktoren- und Baumaschinenhersteller Case Corporation (Case, Case-IH, Poclain, Steyr) zur CNH Global N.V. mit Sitz in den Niederlanden.

Case – 1842 von Jerome Increase Case (1819 – 1891) in Rochester/Wisconsin gegründet – hatte zunächst Dresch- und Dampfmaschinen produziert, später auch Benzintraktoren, Automobile, Dampfwalzen, Grader, Pflüge, Ackergeräte, Mähdrescher, Raupenschlepper, Bagger und Baggerlader. Von 1967 bis 1995 gehörte Case zum Mischkonzern Tenneco, der noch weitere Land- und Baumaschinenhersteller übernahm (Drott, Davis, Steiger, David Brown, Poclain, IH International Harvester, Steyr) und bei Case eingliederte.

2004 wurden die Marken Fiat-Kobelco, O&K und New Holland Construction unter dem Markennamen New Holland zusammengefasst, sodass das Unternehmen neben Landmaschinen (Ballenpressen, Grundstückspflegemaschinen, Lader, Mähdrescher, selbstfahrer Häcksler, Traktoren) nun auch Baumaschinen herstellt (Baggerlader, Grader, Minibagger, Mobilbagger, Planierraupen, Radlader, Raupenbagger).

2010 spaltete sich der Fiat-Konzern in die beiden Teile Fiat S.p.A. (Automobile) und Fiat Industrial S.p.A. (Bau- und Landmaschinen, Nutzfahrzeuge). 2013 benannte sich die Fiat Industrial S.p.A. in CNH Industrial N.V. um.

CNH produziert unter den Markennamen Case, Case-IH, Kobelco, New Holland, O&K und Steyr Baumaschinen (Baggerlader, Grader, Minibagger, Mobilbagger, Planierraupen, Radlader, Raupenbagger) und Erntemaschinen (Ballenpressen, Grundstückspflegemaschinen, Lader, Mähdrescher, Selbstfahrer-Häcksler, Traktoren), außerdem seit 2010, als der Industriebereich von Fiat abgespalten wurde, auch Lkw, Transporter, Spezialfahrzeuge und Busse (Iveco, Magirus, Astra).

Text: Toralf Czartowski | Foto(s): Pixabay

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Letzte Änderung der Seite: 16.06.2019 | 01:49