Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Montblanc

Ursprungsland: Deutschland

Der deutsche Ingenieur August Eberstein arbeitete eine Zeit lang in den USA bei der American Fountain Pen Company, die Schiebefüllhalter aus Hartgummi herstellte. Nach seiner Rückkehr fertigte er ab 1906 in Berlin im Prinzip Kopien dieser Federhalter. Zusammen mit mehreren Kapitalgebern (Alfred Nehemias, Claus Johannes Voss, Max Koch) wurde 1907 in Hamburg die Simplo Filler Pen Company gegründet. Eberstein kehrte 1909 in die USA zurück, nachdem er zuvor Firmeneigentum veruntreut hatte. Die alleinige Firmenleitung übernahm zu dieser Zeit Claus Johannes Voss.

1910 führte Simplo den Markennamen Montblanc ein. Der höchste europäische Berg sollte die herausragende Qualität der Produkte symbolisieren. 1914 kam noch ein weißes, sternförmiges Logo auf dem Kappenkopf der Füllhalter hinzu, das den stilisierten Gipfel des Montblanc mit seinen sechs Tälern darstellt. Ab 1930 gravierte man die damals gemessene Höhe des Montblanc (4810 Meter) in die Federn der Meisterstück-Füller ein. Der Name Meisterstück steht seit 1924 für die jeweils hochwertigste Produktlinie des Unternehmens. Für diese Füller wurde von Anbeginn eine lebenslange Garantie gewährt. 1934 benannte sich die Firma Simplo in Montblanc Simplo um.

Zum berühmtesten Montblanc-Schreibgerät entwickelte sich ab 1952 der zigarrenförmige Kolben-Füllfederhalter Meisterstück 149. Dieses Modell wird bis heute in fast unveränderter Form hergestellt. Anfangs bestand das Gehäuse aus Zelluloid, später aus Kunststoff, und zeitweise gab es auch Varianten aus Gold, Silber und Stahl. Zu den prominentesten Besitzern des 149er gehörten Barack Obama, John F. Kennedy, Königin Elizabeth II., Michail Gorbatschow und Nelson Mandela. Daneben fertigte Montblanc auch Drehbleistifte, Fallminenbleistifte, Fineliner und Kugelschreiber.

Montblanc
Montblanc

1977 ging Montblanc in den Besitz des britischen Luxusgüterherstellers Dunhill über, der mehrheitlich der südafrikanischen Rupert-Familie gehörte. 1988 fassten die Ruperts ihre internationalen Beteiligungen im Luxusgüterbereich (damals Baume & Mercier, Cartier, Chloé, Dunhill, Montblanc und Piaget) in der Schweizer Finanzholding Richemont zusammen. 1992 erwarb Montblanc die Lederwarenfirma Seeger aus Offenbach am Main.

In den 1990er Jahren wurde das Montblanc-Sortiment um Brieftaschen, Gürtel, Handtaschen, Parfums, Reisetaschen, Rucksäcke, Schmuck, Sonnenbrillen und Uhren erweitert, wobei diese Produkte teilweise von anderen Richemont-Unternehmen oder von Lizenznehmern hergestellt werden.

Der Montblanc-Hauptsitz und die Schreibgeräteproduktion befinden sich noch immer in Hamburg. Die Uhren kommen aus der früheren Minerva-Uhrenmanufaktur in Le Locle (Schweiz), die seit 2006 zu Richemont gehört, und die Lederwaren seit 2009 aus Florenz (Italien). Montblanc-Boutiquen gibt es in vielen Metropolen der Welt (Berlin, Dubai, Genf, Hamburg, Hongkong, Jakarta, Las Vegas, London, Macau, Madrid, Mailand, Melbourne, Mexico City, Miami, München, Neu-Delhi, New York, Paris, Peking, Rom, São Paulo, Shanghai, Singapur, Tokyo, Toronto, Zürich).

Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Public Domain

www.montblanc.com