Markenlexikon
Der Hotelierssohn Ueli Prager (1916 – 2011) eröffnete 1948 in Zürich das erste Mövenpick-Restaurant. Der Name Mövenpick entstand, als eine Möwe am Zürichsee aus der Hand des Restaurant-Architekten Brot pickte. Die Schreibweise mit V (anstatt mit W) resultierte aus der Grafik des Buchstaben V, der nach Ansicht des Gründers eine fliegende Möwe besser darstellt als ein W. Der Name symbolisierte auch das Firmenmotto: »...im Fluge, schnell etwas Kleines, Gutes essen«. In den 1950er Jahren eröffnete Mövenpick weitere Restaurants in Bern, Genf, Lugano und Zürich. Das erste deutsche Mövenpick-Restaurant entstand 1963 in München.
Nachdem Prager auf einer USA-Reise Fastfood-Restaurants kennengelernt hatte, etablierte er 1962 in Zürich die Burgerkette Silberkugel (Verkauf 1995). 1970 entstanden die ersten Weinkeller in der Schweiz und in Deutschland (Caves Mövenpick). Eine weitere Fastfood-Kette, die an Autobahn-Raststätten, Flughäfen und in Bahnhöfen angesiedelt ist, wurde 1971 aus der Taufe gehoben und nach der Märchenfigur Cinderella benannt (Cindy). 1973 eröffnete Mövenpick in der Nähe des Züricher Flughafens die ersten beiden eigenen Hotels. 1992 verkauft der Gründer seine Aktien an den deutschen Baron August von Finck, dem bis 1990 das Bankhaus Merck, Finck & Co. gehört hatte.
Seit 2000 ist Mövenpick eine Holdinggesellschaft mit den Unternehmensbereichen Mövenpick Hotels & Resorts (Geschäfts- und Flughafenhotels), Marché International (Marché Restaurant, Mövenpick Restaurants, Cindy's Diner), Mövenpick Restaurants, Mövenpick Wein (Mövenpick Weinkeller, Caveau Weinbar, Caveau Restaurant, Mövenpick Weinland) und Mövenpick Fine Foods (Feingebäck, Fruchtaufstrich, Joghurt, Kaffee, Konfitüre, Milchmischgetränke, Müesli, Rauchfisch, Salatsauce, Schokolade). Die Fine-Foods-Produkte werden von Firmen wie Darboven, Hengstenberg, Nestlé/Schöller und Schwartau hergestellt. Das Eiscreme-Geschäft wurde 2003 an Nestlé verkauft.
Text: Toralf Czartowski