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Markenlexikon

Metronome Records

Ursprungsland: Schweden

Der Jazz-Musiker Anders Burman gründete 1949 zusammen mit seinem Bruder Lars und dem gemeinsamen Freund Börje Elberg in Stockholm die Plattenfirma Metronome Records, die sich in der Anfangszeit vor allem auf Jazz- und Blues-Produktionen schwedischer Musiker spezialisierte. Daneben wurde in geringerem Maße auch Popmusik (Danny Marino, Lill-Babs, Siw Malmkvist, Tommy Kent, Ulla Norden) und Klassik veröffentlicht.

1954 errichteten die Gründer das Metronome Studio in Stockholm, wo Tontechniker wie Rune Persson, Gösta Wiholm, Michael B. Tretow (später Tontechniker bei allen Abba-Platten) und Janne Hansson arbeiteten. Ebenfalls in den 1950er Jahren entstanden Ableger von Metronome Records in Kopenhagen/Dänemark (1950; gegründet von Mats Bjerke und Bent Fabricius-Bjerre) und Hamburg/Deutschland (1954;gegründet von Mats Bjerke und Bent Fabricius-Bjerre). Der dänische Jazz-Pianist und Komponist Bent Fabricius-Bjerre (auch als Bent Fabric bekannt) wurde mit dem Klavier-Instrumental »Alley Cat« (1962), der Titelmelodie aus den Olsenbande-Filmen (1968) und den Titeln »Jukebox« (2003) und »Shake« (2003) international bekannt.

Die deutsche Tochtergesellschaft Metronome Records wurde 1975 von der PolyGram-Gruppe gekauft, die das Unternehmen 1977 in Metronome (Produktion) und Metronome Musik (Marketing, Vertrieb) aufteilte. Die Muttergesellschaft in Stockholm ging 1979 in den Besitz von WEA International über; WEA (heute Warner Music) war die internationale Vetriebsorganisation der US-Labels Atlantic, Asylum, Elektra, Warner Bros. Records und Reprise. Die dänische Gesellschaft löste man in den 1980er Jahren auf. Das Metronome Studio verkaufte WEA 1983 an Janne Hansson und seine Frau Katarina Sandberg Hansson, die es in Atlantis Studio umbenannten.

Metronome Musik Hamburg veröffentlichte innerhalb der PolyGram-Gruppe Platten von Arabesque (1980 »Marigot Bay«), den Ärzten (1993 »Schrei nach Liebe«, »Mach die Augen zu«), Camouflage (1987 »The Great Commandment«, 1989 »Love Is A Shield«), Extrabreit (1980 »Hurra, hurra, die Schule brennt«, »Flieger, grüß mir die Sonne«), Fancy (1984 »Slice Me Nice«, »Chinese Eyes«, 1985 »Bolero«, 1988 »Flames of Love«), Peter Maffay (1980 »Über sieben Brücken mußt Du geh'n«, 1982 »Eiszeit«), Phil Carmen (1985 »On My Way In L.A.«, 1986 »Moonshine Still«), Tony Carey (1988 »Room With A View«, 1990 »I Feel Good«) und Truck Stop (1978 »Ich möcht’ so gern Dave Dudley hör’n«, 1979 »Take It Easy, altes Haus«).

Daneben vertrieb Metronome die Platten mehrerer ausländischer Labels (zum Teil aus dem PolyGram-Konzern) in Deutschland (Ace of Base, Laid Back, Maywood, The Cure, The Ritchie Family, Village People). In den 1970er Jahren war Metronome für den Vertrieb der Krautrock-Labels Ohr (Amon Düül, Ash Ra Tempel, Birth Control, Embryo, Floh de Cologne, Guru Guru, Tangerine Dream) und Kosmische Kuriere/Kosmische Musik (Nachfolge-Label von Ohr) sowie für das Jazz-Label MPS (Musik Produktion Schwarzwald) zuständig. 1996 löste PolyGram die Firma Metronome Musik auf.

Text: Toralf Czartowski