Tory Tordal: Taro Yagur – Kampf um Tanybur

Markenlexikon

Magnum

Ursprungsland: Dänemark

Der Metzger Richard Wall errichtete 1786 auf dem St James's Market in London einen Metzgerstand. Später wurde das Unternehmen von seinem Enkel Thomas Wall II. weitergeführt. Da die Nachfrage nach Fleisch und Wurst im Sommer stets zurückging und daher Mitarbeiter entlassen werden mussten, suchte Thomas Wall nach einem Produkt, mit dem er diese Zeit überbrücken konnte. So kam er kurz vor dem Ersten Weltkrieg auf die Idee Speiseeis herzustellen. Kriegsbedingt konnte er jedoch erst 1922 in einer Fabrik in Acton/Middlesex mit der Eisproduktion beginnen. Im selben Jahr wurde die Firma Thomas Wall & Sons von dem britischen Seifen- und Waschmittelhersteller Lever Brothers (ab 1930 Unilever) übernommen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war Wall's bereits der größte Eiscremehersteller der Welt.

Die erste deutsche Firma, die Speiseeis industriell herstellte, war 1935 der Hamburger Bisquit- und Honighersteller Langnese (gegründet 1888 von Viktor Emil Heinrich Langnese). Der damalige Langnese-Eigentümer Karl Rolf Seyferth verkaufte die Eissparte und die dazugehörige Fabrik in Hamburg-Wandsbek 1936 an eine deutsche Unilever-Tochtergesellschaft.

Unilever erwarb im Laufe der Jahre noch zahlreiche weitere lokale Eishersteller wie Algida (Italien), Breyers (USA), Eskimo (Österreich), Frigo (Spanien), Frisko (Dänemark), GB Glace (Schweden), Good Human (USA), HB (Irland), Kibon (Brasilien), Lusso (Schweiz), Miko (Frankreich), Olá (Portugal) und Streets (Australien), die alle unter ihrem eigenen Namen auftreten. Lediglich das 1997 eingeführte Herz-Logo (Heartbrand) ist weltweit einheitlich, außerdem werden Submarken wie Calippo (seit 1985), Capri (seit 1959), Cornetto (seit 1966), Domino (seit 1953), Ed v. Schleck (seit 1979), Happen (seit 1951), Magnum (seit 1989), Nogger (seit 1964), Solero (seit 1995) oder Viennetta (seit 1983) teilsweise länderübergreifend verwendet.

Magnum
Magnum

Das Magnum-Eis wurde 1988 von der dänischen Unilever-Tochter Frisco in Arhus als besonders großes Stileis speziell für Erwachsene entwickelt. Anfang 1989 kam es auf den Markt. Im Gegensatz zu dem kleineren Nogger-Stileis bestand der Überzug nicht aus kakaohaltiger Fettglasur, sondern aus Milchschokolade. Die Schokolade stammte von der belgischen Firma Callebaut. Die ursprüngliche Füllmenge betrug 86 g/120 ml, daher der Name Magnum (lat. das Große). 1992 kamen weitere Varianten wie Almond, Double Chocolate und White auf den Markt. 2002 folgten die kleineren Magnum Minis. Daneben gibt es inzwischen weitere Sorten für begrenzte Zeit, außerdem Eisbecher, Eisriegel, Eisbonbons und Eiskonfekt. Inzwischen hat Magnum in der Normalgröße nur noch eine Füllmenge von 75 g/100 ml (Stand 2025).

2025 gliederte der Unilever-Konzern sein Eisgeschäft in das börsennotierte Unternehmen Magnum Ice Cream Company (Amsterdam) aus. Produktionsstandorte gibt es in Caivano (Italien), Gloucester/England (Großbritannien), Hellendoorn (Niederlande), Heppenheim/Hessen (Deutschland), Konya (Türkei), Malegaon (Indien), Midrand (Südafrika), Minto (Australien), Saint-Dizier (Frankreich), Sikeston/Missouri (USA), Suceava (Rumänien), Taicang (China) und Veszprém (Ungarn). Das Frisko-Werk in Aarhus wurde nach seiner Schließung in ein Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt.

Text: Toralf Czartowski • Fotos: Pixabay.com, Public Domain

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