Markenlexikon

Lockheed-Martin

USA

Die Lockhhed-Martin Corporation (Bethesda/Maryland) entstand 1994 aus dem Zusammenschluss der Lockheed Corporation (Calabasas/California) und der Martin-Marietta Corporation (Bethesda/Maryland). Lockheed produzierte u.a. die Kampfflugzeuge F-16 Fighting Falcon (das F-16-Programm war erst kurz zuvor von General Dynamics übernommen worden), F-117 Nighthawk und F-22 Raptor; in Entwicklung befand sich die F-35 Lightning II. Martin-Marietta produzierte in verschiedenen Werken (Baltimore, Orlando, Denver, New Orleans) u.a. Raketen (Titan, Pershing II), helikoptergestützte Panzerabwehrraketen (Hellfire), Raumsonden (Magellan), Raumfahrtkomponenten (Andockadapter für die Skylab-Raumstation, Landeeinheiten der Viking-Mars-Sonden, Haupttank der Space-Shuttles), Radar- und Flugkontrollsysteme (u.a. für den Apache-Hubschrauber) sowie elektronische Überwachungssysteme. Außerdem betrieb der Konzern für das Pentagon und das US-Energieministerium mehrere Nuklear- und Energieforschungszentren (u.a. Sandia National Laboratories, Albuquerque/New Mexico). 1993 hatte Martin-Marietta die Aerospace-Sparte von General Electric und die Space Systems Division von General Dynamics (Atlas, Centaur) erworben. Die Baumaterialiensparte (Kies, Spilt, Sand, Sandstein, Kalk, Faserverbundkunststoffe) Martin-Marietta Materials Inc. (Raleigh/North Carolina) wurde 1996 aus dem Konzern ausgegliedert und verselbstständigt.

F-35 LIGHTNING II: Ab 1993 entwickelte Lockheed-Martin im Rahmen des JSF/Joint-Strike-Fighter-Programms das hochmoderne Kampfflugzeug X35A (Erstflug 2000), das eine ganze Generation von amerikanischen und britischen Kampfflugzeugen ablösen soll (F-16 Fighting Falcon, F-18 Hornet, Harrier II, SEPECAT Jaguar, A-10 Thunderbolt II). 2000 starteten die beide Prototypen Boeing X-32 A und Lockheed-Martin X-35 A zum Jungfernflug. Im Oktober 2001 erhielt Lockheed-Martin den Zuschlag zur Weiterentwicklung und Produktion des JSF. Dieser Auftrag über 200 Milliarden Dollar ist der größte, der jemals an ein einzelnes Rüstungsunternehmen vergeben wurde. Neben Lockheed-Martin sind an dem JSF-Programm auch Northrop Grumman und BAE Systems aus Großbritannien beteiligt. Im Juli 2004 begann Lockheed-Martin mit der Produktion der Testmaschinen. Die F-35A führte ihren Jungfernflug im Dezember 2006 durch, der zweite Prototyp F-35B flog erstmals im Juni 2008. Seit 2011 wird die F-35 Lightning II von Lockheed Martin Aeronautics in der Air Force Plant 4 in Fort Worth/Texas in Serie produziert.

ORION: Ab 2004 entwickelte Lockheed-Martin im Rahmen des Constellation-Programms ein Raumschiff (Orion MPCV), das erneut Astronauten zum Mond bringen soll. Das Constellation-Programm wurde von der Obama-Regierung 2010 aus finanziellen Gründen beendet, dann jedoch 2011 fortgeführt. Inzwischen trägt es den Namen Artemis. Das Servicemodul (ESM) baut Airbus Defence and Space (vormals Astrium) in Bremen, die Trägerrakete SLS (Space Launch System) wird von Boeing in der Michoud Assembly Facility bei New Orleans gefertigt und die Raketentriebwerke (RS-25), die schon bei den Space-Shuttles zum Einsatz kamen, stammen von Aerojet Rocketdyne (vormals Pratt & Whitney Rocketdyne). Der erste unbemannte Start des Orion-Raumschiffs fand im Dezember 2014 statt (Exploration Flight Test 1). Da die SLS-Trägerrakete noch nicht fertig war, verwendete man eine Delta IV Heavy der United Launch Alliance (Boeing, Lockheed-Martin).

SIKORSKY: 2015 erwarb Lockheed-Martin von United Technologies (Carrier Refrigeration, Otis Elevator, Rocketdyne, Pratt & Whitney, UTC Aerospace Systems, UTC Fire & Security) den Hubschrauber-Hersteller Sikorsky Aircraft.

Die Lockheed-Martin Corporation (Bethesda/Maryland) betreibt Produktionsstätten u.a. in Fort Worth/Texas (Air Force Plant 4; F-35, F-16), Marietta/Georgia (Air Force Plant 6; C-130, F-22, F-35), Palmdale/California (Air Force Plant 42; U-2, C-130), San Antonio/Texas, Greenville/South Carolina, Pinellas Park/Florida, Meridian/Mississippi, Johnstown/Pennsylvania und Clarksburg/West Virginia (C-130). Die Werke in Burbank wurden 1992 geschlossen.

Text: Toralf Czartowski | Foto(s): Pixabay

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Letzte Änderung der Seite: 29.03.2020 | 00:44