Markenlexikon
Der Franzose Jean René Lacoste (1904 – 1996) – genannt Le Crocodile – war zunächst ein erfolgreicher Tennisspieler. Er gewann 1925, 1927 und 1929 die French Open, 1926 und 1927 die US Open und 1925 sowie 1928 das Finale in Wimbledon, außerdem 1927 und 1928 zusammen mit Henri Cochet, Jean Borotra und Jacques Brugnon den Davis Cup für Frankreich. Der Spitzname Le Crocodile bzw. Le Alligator war ihm von der amerikanischen Presse aufgrund seiner Ausdauer und Bissigkeit auch bei schwierigen Spielen verliehen worden. Weil er jedoch nur ungern in langen Hosen und langärmeligen Hemden spielte, entwickelte er 1927 das Poloshirt (Jersey Petit Piqué) mit kurzen Ärmeln, geripptem Kragen und elastischen Bündchen. Dank des luftig gewebten Baumwollgewebes (Piqué) eigneten sich diese Shirts sehr gut für schweißtreibende sportliche Aktivitäten.
1933 gründete Lacoste gemeinsam mit dem Textilfabrikanten André Gillier ein eigenes Unternehmen, um die Poloshirts in großem Stil herzustellen. Daneben wurden auch Sporthemden für Tennis, Golf und Yachting produziert. Als Markenzeichen verwendete er ein Krokodil, das der Sportler Robert Georges, ein Freund des Gründers, gezeichnet hatte. 1951 gab es die ursprünglich weißen Poloshirts erstmals auch in verschiedenen Farben. In den 1950er und 1960er Jahren begann das Unternehmen, seine Shirts und Shorts auch in andere europäische Länder sowie in die USA und nach Japan zu exportieren. In dieser Zeit hielten die Poloshirts Einzug in die Freizeitmode. Und mit kurzen Unterbrechungen in den 1990er Jahren blieben die pastellfarbenen Shirts bis heute in Mode.
1963 entwickelte René Lacoste den Stahltennisschläger, der die bis dahin verwendeten Modelle aus Holz ablöste. 1981 wurde in Paris die erste Lacoste-Boutique eröffnet. 1999 übertrug Lacoste die internationale Lizenz für den Bekleidungsbereich an das französische Unternehmen Devanlay, das seit 1992 bereits die Lizenz für Nordamerika besaß.
Lacoste beschäftigt sich inzwischen nur noch mit der Koordination der internationalen Geschäftsaktivitäten der Marke Lacoste (Entwicklung neuer Projekte, Imagewerbung, Schutz des Markenzeichens). Unter dem Label Lacoste werden inzwischen auch andere Produkte wie Brillen (seit 1981), Parfums (seit 1968), Sport- und Freizeitschuhe (seit 1985), Taschen und Lederwaren (seit 2000) sowie Uhren (seit 1993) vermarktet.
Text: Toralf Czartowski • Fotos: Unsplash.com, Pixabay.com, Public Domain

