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Markenlexikon

Kaufland

Ursprungsland: Deutschland

Der Kaufmann Josef Schwarz (1903 – 1977) stieg 1930 als Teilhaber in die Heilbronner Südfrüchte-Großhandelsfirma A. Lidl & Comp. ein und baute das neue Unternehmen Lidl & Schwarz zu einem Lebensmittelgroßhandel aus. 1954 trat Lidl & Schwarz der kurz zuvor gegründeten Handelskette A&O (Leistungsgemeinschaft für Alle Offenburg; heute Markant), einer Kooperation von rund zwanzig Lebensmittelgroßhandlungen, bei.

1957 begann Josef Schwarz' Sohn Dieter (* 1939) seine Ausbildung zum Kaufmann in der väterlichen Firma, 1963 wurde er Miteigentümer. 1968 eröffnete Dieter Schwarz in Backnang bei Stuttgart den ersten Lebensmittel-Verbrauchermarkt unter dem Namen Handelshof; da dieser aus dem deutschen Wortschatz stammende Begriff nicht schützbar ist, gibt es auch in anderen Regionen Deutschlands Handelsfirmen mit diesem Namen, die aber nichts mit der Schwarz-Gruppe zu tun haben. 1972 zog das Unternehmen in das Gewerbegebiet Röteln zwischen Neckarsulm und Heilbronn um.

Zu dieser Zeit kam Dieter Schwarz auf die Idee, nach dem Vorbild der Albrecht-Brüder eine eigene Discountkette aufzubauen. 1973 eröffnete er in Ludwigshafen den ersten Lidl-Markt. Da es sich bei diesem Markt zunächst um eine von Lidl & Schwarz unabhängige Firma handelte, konnte er den Namen Lidl aus rechtlichen Gründen nicht verwenden. Der Junior bewies jedoch eine gehörige Portion Cleverness, als er dem pensionierten Lehrer Ludwig Lidl für eintausend Mark dessen Namensrechte abkaufte. 1977, als Josef Schwarz starb, gab es bereits dreißig Lidl-Filialen. Zu dieser Zeit stand auch das Lidl-Ladenkonzept nach einer mehrjährigen Experimentierphase endgültig fest.

1984 erschloss sich die Schwarz-Gruppe mit der Eröffnung des ersten Kaufland-SB-Warenhauses in Neckarsulm neben den Discount-Lebensmittelmärkten (Lidl) und den Großflächen-Verbrauchermärkten (Handelshof) ein weiteres Betätigungsfeld. Ab 1998 eröffneten auch die ersten Kaufland-Warenhäuser außerhalb Deutschlands (1998 Tschechien, 2000 Slowakei). Der zeitweilig bei einigen SB-Warenhäusern verwendete Name KaufMarkt wurde 2010 aufgegeben.

1999 zog sich Dieter Schwarz aus der operativen Konzernleitung zurück und übertrug seinen Anteil auf die gemeinnützige Dieter-Schwarz-Stiftung; Gegenstand der Stiftung ist die Förderung von Bildung und Erziehung. Über eine Beteiligungsgesellschaft ist die Stiftung Eigentümer der Unternehmen der Schwarz-Gruppe (Kaufland, Lidl, PreZero, Schwarz-Produktion).

Text: Toralf Czartowski

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